Sie sind hier

10+1 Playlist

Songs, ohne die ich nicht leben könnte – von Canal 3-Moderator Marc Bachmann

In unserer neuen Serie suchen wir die zehn besten Lieder aller Zeiten. Und weil es so schwer ist, legen wir einen Song oben drauf. Stellen auch Sie sich der Herausforderung. Das ist die 10+1 Playlist von Canal 3-Moderator Marc Bachmann.

Canal 3-Moderator Marc Bachmann, Bild: zvg

Beatles –Elenaor Rigby

Die Urzelle meiner Liebe zur Musik. Als kleiner Knirps durchstöberte ich die Plattenkisten meiner Eltern. Mutters Schlagerplatten von Gildo Rex, Heintje und Roy Black konnten mich nicht begeistern. Aber als ich zum ersten Mal Vaters Beatles-Platten auflegte, da war es um mich geschehen…
 

Erste Allgemeine Verunsicherung – Küss die Hand Herr Kerkermeister

Mein erstes Konzert. In den späten 80er-Jahren im Zürcher Hallenstadion. Mein Vater begleitete seinen Sprössling. Ob ihm als eingefleischten Beatles- und Elvis-Fan die Musik seines Sohnemanns gefallen hat, weiss ich nicht. Nach dem Konzert sagte er nur so etwas wie: „Sie händs guet überebrocht“. Mir imponiert heute noch der Wahlspruch der (zu unrecht als Blödelmusiker verschrieenen) Österreicher: Unterhaltung mit Haltung. Findet man heute in der Musikszene nur noch selten…
 

Queen – Under Pressure

Klar, ich hätte auch „Bohemian Rapsody“ auswählen können oder „We Are The Champions“ oder „We Will Rock You" oder oder oder. Die Liste der Hits von Freddie Mercury, Brian May und John Deacon ist unendlich lang. Und die Songs allesamt unendlich toll... und unerreicht!
 

P-27 feat. Black Tiger – Murder By Dialect

Wer zu meiner Generation gehört und aus Basel kommt, der kam um Black Tiger und P27 mit einem der ersten Mundart-Raps nicht herum. „Ich bi dr erschti Typ, wo uff baseldütsch rappt. Es isch dr erschti Versuech, drum isch es nonig perfäkt“ rappte Black Tiger ins Mikron. Und versuchte das Lebensgefühl und die Probleme der Jugend zwischen der Steinenvorstadt und dem Wettsteinplatz in Worte zu fassen. Übrigens der erste Song in meiner allerersten Radiosendung.
 

Die Ärzte – Schrei nach Liebe

Als Farin Urlaub und Bela B. 1993 ihr Comeback als „die Ärzte“ ankündeten, war das ein Paukenschlag. Die Plattenfirmen stritten sich, wer die „Beste Band der Welt“ unter Vertrag nehmen darf und die Fans sorgten für ausverkaufte Hallen, obwohl bis dahin noch keiner (ausser Farin, Bela und Neuzugang Rod) auch nur einen Ton der neuen Songs gehört hatte. Alle rechneten mit „etwas Lustigem“, das war man sich von den vermeintlichen „Spass-Punkern“ so gewöhnt. Als die Ärzte dann als erste Single „Schrei nach Liebe“ auskoppelten, waren alle überrascht. So ernst und trotzdem treffend hatte man die Band bisher noch nicht erlebt. Für mich immer noch einer der besten deutschsprachigen Songs gegen Rassismus. Und immer noch ein Highlight auf jedem Ärzte-Konzert.
 

Die Toten Hosen – Hier kommt Alex

Für mich damals als Heranwachsender der Urschrei des Deutschpunk, wenn Sänger Campino schon vor der ersten Textzeile ins Mikrofon schreit. Der Song beschreibt die Szenerie aus dem Kult-Jugendroman „Clockwork Orange“ von Anthony Burgess anschaulich – und brutal. Wir Vorstadt-Kids waren begeistert…
 

Beastie Boys – Fight For Your Right

Als im Pausenhof die Frage auftauchte: „Bisch Heavy oder Rap?“ konnte und wollte mich nie so recht entscheiden. Auch wegen Bands wie den Beastie Boys. Sie starteten als Hardcore-Punkband und mauserten sich dann im Laufe der Jahre zur Sprechgesangs-Combo. „Fight For Your Right“ gehört zum Soundtrack meiner Jugend, aber auch im reiferen Alter zeigten die Herren Yauch, Diamond und Horovitz noch im Nadelstreifenanzug, wo der Rap-Bartl den Most holt. Besonders genial eines ihrer letzten Videos: die 30-Minuten-Version ihres Party-Klassikers „Fight For Your Right Resivisted“ mit zahllosen Hollywood- und US-Comedystars in Gastrollen.
 

Foo Fighters – The Pretender

Klar, die Foo Fighters sind mittlerweile mehr Stadionrock als Grunge. Aber die Urzelle der Band nach wie vor reizend und interessant. Keine Band vom Reissbrett, sondern aus den Trümmern von Nirvana nach dem Tod Kurt Cobains geformt. War Dave Grohl damals als Drummer noch in der zweiten Reihe, gibt er hier seit mittlerweile 20 Jahren den Frontmann. Und ist dabei erfrischend entspannt und humorvoll.
 

Tenacious D – Tribute

Als Schauspieler überzeugt mich  Jack Black nicht unbedingt immer, aber als Rocksänger macht ihm niemand was vor. Zusammen mit seinem Kollegen (und musikalischem Vorbild) Kyle Gass bildet er das Fun-Rock-Duo Tenacious D. Die Texte sprühen nur so von (nicht immer ganz jugendfreiem Humor) und die Musik rockt tierisch! It’s Tenacious D-Time!
 

Fettes Brot – An Tagen wie diesen

Songs wie „Nordisch by Nature“ oder „Schwule Mädchen“ haben ihren Ruf als Fun-Rap-Combo zementiert, dabei können Fettes Brot auch anders. Das bewiesen die Hamburger 2005, als sie nach ihrer Erfolgssingle „Emanuela“ mit dem Track „An Tagen wie diesen“ einen ungewohnt ernsten und gesellschaftskritischen Song auskoppelten.
 

Weezer – Buddy Holly

Die letzten Überlebenden meiner Alternativ-Rock-Phase Mitte der 90er. Weezer gehörte damals zu jenen Bands, welche unsere älteren Brüder doof fanden und die jüngeren Brüder zu uncool. Aber für uns war die Band um Rivers Cuomo gerade richtig. Rockig, zuweilen punkig, schräg, aber auch melancholisch. Und die Videos waren immer ein Hingucker wert. Auch wenn sie nicht auf Viva liefen, höchstens bei Viva 2 oder spätnachts bei MTV.

 

11 Lieder, ohne die Sie nicht leben könnten: Trauen Sie sich zu, Ihre eigene 10+1 Playlist zu kreieren. Schicken Sie uns Ihre Liste mit einer kurzen Beschreibung zu jedem Song an internet@bielertagblatt.ch und wir publizieren sie. Unter allen Einsendungen (ausgeschlossen Mitarbeiter der Gruppe Gassmann) verlosen wir drei dieser exklusiven Canal 3-Kopfhörer. Alle bisher erschienenen Beiträge gibt es unter diesem Link.

 

Und ja, treue Leser, da war schon mal was. Vor einem Jahr haben wir die besten Filme ever, ever, ever gesucht. Das Dossier von damals gibt es hier.



 

Nachrichten zu Unterhaltung »