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Gastrokolumne

Kunterbunte Sushis in dezentem Ambiente

Es mag ein Klischee sein, dass sich Japaner stets aufmerksam, höflich und zurückhaltend geben. Doch die Mitarbeiter des Restaurants Sushi Nori Ogura (bis August 2011 «Yoshi») in der Bieler Altstadt bedienen es voll und ganz.

Michelle Schwarzenbach

Mit gesenktem Blick führt uns der Kellner an diesem Abend zu Tisch; die Köche (darunter Inhaber Norihiro Ogura) nicken uns aus der offenen Küche freundlich zu. So diskret wie das Personal ist auch die Einrichtung. Ein weisser Paravent trennt unseren Zweiertisch vom nächsten. Stühle und Bänke – sie bieten rund 30 Personen Platz – sind aus hellem Holz, darauf liegen edle Kissen. Dem gemütlichen Ambiente tun einzig der blassgrüne Boden und das Neonlicht in der Küche Abbruch, eine spitalmässige Kombination.

Angenehm bunt ist hingegen die Speisekarte. Zur Auswahl stehen Nigiri-Sushi (mit Fisch belegte Reisbällchen) und drei verschiedene Maki-Sorten. Wer die in Algen gewickelten Reisbällchen mit Füllung nicht mehr vor Augen hat, dem helfen Fotos in der Karte weiter. Das Angebot komplettiert eine Auswahl von gemischtem rohem Fisch (kleine Portion: 18 Franken). Wir überlegen kurz, ob wir die Sushis einzeln bestellen sollen (zum Beispiel 2 Nigiri zu 7 Franken und 6 Hosomaki zu 6 Franken), entscheiden uns dann aber für eine von sieben fixen Kompositionen aus der Karte: die Sakura (6 Nigiri, 6 Hosomaki, 4 Uramaki für 36 Franken). Zur Vorspeise bestellen wir grüne Sojabohnen (6 Franken) und karamellisierte Thunfischstücke (4 Franken).

Während wir auf das Essen warten, serviert uns der Kellner die Getränke. Wir haben uns für den Hausapéro (7 Franken) entschieden, eine Mischung aus Pflaumenwein, Sake und Prosecco – hört sich süss an, schmeckt aber neutral; etwas, wovon wir nicht genug kriegen könnten. Wir beschliessen, mit einem japanischen Bier (7 Franken) weiterzufahren. Dass das Blonde prächtig rutscht, hat vor allem mit unserer Vorspeise, den Sojabohnen, zu tun: Sie sind stark gesalzen (ein Pluspunkt!) und äusserst knackig. Die Thunfischhäppchen hingegen sind trocken und zäh. Gut, täuscht die schmackhafte Sesamsauce darüber hinweg.

Dann kommt die Hauptspeise: 16 Sushis, ein Löffelchen Wasabi und eingelegter Ingwer. Die Makis sind – in Sojasauce getunkt – ein Genuss: schön angerichtet, frisch, vielfältig im Geschmack (gefüllt mit Avocado, Gurken, Thunfisch und Lachs), mundgerecht portioniert. Und auch die Nigiris schmecken – egal ob mit Thunfisch, Lachs, Gelbschwanz oder Meeraal belegt. Lobenswert ist zudem, dass uns der Kellner auf Wunsch eine Extra-Portion Ingwer reicht. Da wir nach dem Essen noch Platz im Bauch haben, gönnen wir uns eine leckere Kugel Grünteeglace (5 Franken) und lehnen uns zurück. Mittlerweile ist die diskrete Stimmung einem lebhaften Treiben gewichen – was jedoch nicht an der Bedienung liegt, sondern an einer Gruppe von EHC-Biel-Spielern, die sich freudig über ihr Essen hermacht.

  • KARTE: Ansehnliche Sushi- und Sashimi-Auswahl, diverse Vorspeisen (Salat, Misosuppe, japanische Kleinigkeiten).
  • PREISE: Angemessen für Sushi; preiswerte Mittgasmenus (SushiAuswahl, Salat, Misosuppe).
  • AMBIANCE: überschaubar, gemütlich
  • AUFGEFALLEN: Produkte zur Selbstherstellung von Sushis kann man vor Ort kaufen.

INFO: Sushi Nori Ogura: Burggasse 2, 2502 Biel. Tel. 032 323 04 70, Öffnungszeiten: Di bis Sa, 11.45 bis 14 Uhr, 18.30 bis 22 Uhr. www.sushinoriogura.ch

Stichwörter: Gastrokolumne, à Table

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