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Erziehungs- und Bildungsstätte

Schlössli Ins: Kanton verfügt Schliessung

Der Betrieb der Institution «Schlössli Ins» wird auf den 5. Juli 2014 eingestellt. Das Kantonale Jugendamt (KJA) hat die Einstellung verfügt, weil mit dem Rücktritt der Heimleitung und des gesamten Vorstands der Erziehungs- und Bildungsstätte per 28. März 2014 die gute Betreuung und damit das Wohl der Kinder nicht mehr gewährleistet sind.

Das Schlössli Ins. Bild: bt/a

(mt) Dem Schritt, der auf Ende des Schuljahrs erfolgt, geht ein tiefer Konflikt zwischen dem Präsidium der Stiftung Seiler und der Heimleitung einschliesslich Vorstand des Vereins Schlössli Ins voraus. Trotz externer Mediation und weiterer Massnahmen konnten die Spannungen in der seit mehreren Monaten unter der besonderen Aufsicht des Kantonalen Jugendamts stehenden Institution nicht beigelegt werden. Bis zur Betriebseinstellung wird die Institution durch die jetzige Leitung geführt. Sie wird dabei durch eine externe Fachperson unterstützt. Für die Kinder und Jugendlichen werden geeignete Nachfolgelösungen gesucht.

Die Erziehungs- und Bildungsstätte Schlössli Ins betreut seit 60 Jahren gleichzeitig bis zu 74 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 16 Jahren. Trägerschaft der Institution bildet der Verein Schlössli Ins mit dem Zweck der Sicherung und Förderung der Schul- und Heimgemeinschaft Schlössli Ins. Der Heimbetrieb erfolgt in den dafür gemieteten Liegenschaften, welcher der Stiftung Seiler und der Schlössli Ins AG gehören. Betreut werden vor allem Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihrer Herkunftsfamilie leben können. Einweisende Behörden sind in der Regel Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden oder Sozialdienste. Finanziert wird der Heimbetrieb überwiegend aus Pflegegeldern, die in erster Linie Kantone und Gemeinden entrichten. Die Institution Schlössli Ins steht als privates Kinder- und Jugendheim unter der Aufsicht des Kantonalen Jugendamts.

Schlichtungsbemühungen und Mediation erfolglos

Das Kantonale Jugendamt wurde im Mai 2013 über einen Konflikt von Vorstand und Heimleitung mit dem Stiftungspräsidenten informiert. Hintergrund des Konflikts ist die organisatorische und pädagogische Neuausrichtung der bereits seit Langem bestehenden und von der Gründerfamilie Seiler stark geprägten Institution. Das Thema hatte bereits in der Vergangenheit zu internen Konflikten geführt. In einem ersten Schritt wurden Schlichtungsgespräche zwischen dem Vorstand des Schlössli Ins und der Stiftungsleitung geführt. Da die Spannungen nicht beigelegt werden konnten, hatte das Kantonale Jugendamt im Herbst 2013 eine mit allen Beteiligten einvernehmlich vereinbarte Mediation angeordnet, die jedoch ebenfalls gescheitert ist. Am 9. Januar 2014 wurde das Kantonale Jugendamt vom Präsidenten des Vereins Schlössli Ins darüber informiert, dass der gesamte Vorstand des Vereins Schlössli Ins auf den 28. März 2014 zurücktreten und die Heimleiterin und Inhaberin der Betriebsbewilligung auf diesen Zeitpunkt hin freigestellt werde. Weiter wurde das Kantonale Jugendamt darüber informiert, dass die gesamte Geschäftsleitung des Schlössli Ins kündigen werde. Anschliessend hat der Vereinsvorstand die Eltern der Kinder und Behörden über diese Entwicklung informiert.

Keine Alternativen zur Schliessung

Aufgrund der jetzt eingetretenen Entwicklungen kommt das Kantonale Jugendamt zum Schluss, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen zur Führung eines Heimbetriebs nicht mehr erfüllt sind und die gute Betreuung der Kinder in Frage gestellt ist. Das drohende Führungsvakuum ist mit grossen Unsicherheiten für die betroffenen Kinder und Mitarbeitenden verbunden, ein stabiler Heimbetrieb unter den gegebenen Umständen nicht absehbar. Aus diesen Gründen hat das Kantonale Jugendamt nach Gewährung des rechtlichen Gehörs am Mittwoch, 29. Januar 2014, dem Schlössli Ins mit einer Verfügung die Bewilligung für den operativen Betrieb per 5. Juli 2014, wenn das Schuljahr zu Ende geht, entzogen. Ab sofort dürfen keine neuen Kinder und Jugendlichen mehr in der Institution aufgenommen werden. Die bisherige Heimleitung wird die Institution in pädagogischer, personeller und administrativer Hinsicht bis zum Betriebsschluss leiten, unterstützt durch zwei externe Fachpersonen auf Mandatsbasis.

Suche nach geeigneten Nachfolgelösungen für die Kinder

Die verbleibende Zeit wollen die Verantwortlichen für die sorgfältige Abklärung der Bedürfnisse der Kinder nutzen. Bis Ende des Schuljahres sind für rund 20 Kinder geeignete Nachfolgelösungen zu finden. Das Kantonale Jugendamt begleitet diesen Prozess eng und sorgt für die angemessene Information und die enge Zusammenarbeit mit Eltern und Behörden.

Gegen die Verfügung des Kantonalen Jugendamtes können die Parteien bei der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion innert 30 Tagen Beschwerde einlegen.

Stichwörter: Schlössli Ins

Kommentare

Sinkschiff

Frau Daniela Schmutz erzählt Lügen. Wie so viele Lügengeschichten verbreitet worden sind in den letzten 2-3 Jahren. Warum muss man nun noch solche seltsamen Kommentare veröffentlichen? Ich kenne das Schlössli über 10 Jahre und bin wirklich, nebst vielen Menschen in meinem Umfeld, überzeugt und das als sehr kritische Mutter / Eltern! Das Essen war immer hervorragend und vor allem: es wird Wer gelegt auf gute Produktion, Bio, Demeter, nicht täglich Fleisch. Wenn jemand behauptet, es gäbe zu wenig zu Essen dann habe ich grosse Fragezeichen. Es wurde immer sehr verantwortungsbewusst mit dem Essen umgegangen, in Dankbarkeit das Essen überhaupt zelebrierend gewürdigt! Das Schlössli hat 60 Jahre in einem bewundernswerten Ruf bestehen können, seit ein paar Jahren gehen leider die Zahlen Jahr für Jahr extrem zurück, wo man sich diese bewährte Heimschule auswählt, sei es für Kinder mit speziellen Problemen oder aber aus einer schwierigen familiären Situation heraus. Das Schlössli wurde kantonsübergreifend geschätzt und gewürdigt! (Ich aus dem Kanton Zürich) Die Behörden behandelten das Schlössli als "Geheimtip", da sogar noch kostengünstiger als kantonale Einrichtungen weshalb man sich selten schwer getan hat, einen Schlössliaufenthalt zu bewilligen. Warum dass diese Würdigung solche Einbusse erlitten hat, kann man nur ahnen. Es verlor an Menschlichkeit und Wärme. Als Ueli Seiler seinen wohlverdienten Ruhestand eingenommen hatte und Herr Sven C. die Heimleitung übernahm, ging es weiter so wie immer. Es wurden sukzessive Erneuerungen auch in den allgemeinen Anstellungsbedingungen als Verbesserungen eingeführt, die man wirklich auch musste. Trotz allem wurde immer mehr das Gedankengut und die einstige Philosophie so langsam verwässert. Der ganze Vereinsvorstand scheint wie eine meutende Bounty selbst bereits durchwässert obwohl eigentlich im Wissen von all dem einstigen Erlehrtem und Erfahrenem! Welcher Ursprung das hat ist für mich als Aussenstehende nicht eruierbar. Ich bin sehr traurig über die Entwicklung vom Schlössli in den letzten 2-3 Jahren. Nie habe ich in all den Jahren ein solches Zerwürfnis erlebt oder erfahren. Immer konnte ich mich einbringen oder Probleme offen ansprechen. Die heutige Situation ist so, dass eine solche Spaltung passierte und eine Uneinigkeit innerhalb der Mitarbeitenden, wo einzelne regelrecht heraus gemobbt werden konnten. Sei dies eine Führungspersönlichkeit als Gruppenleiter oder in Ausbildung Stehende, Praktikanten oder Seminaristen (-innen). Offiziell ! Niemand griff ein, man lies einfach alles schlittern. Bei den pädagogischen Verantwortungen herrscht ein Chaos und es werden keine Abmachungen oder Konsequenzen mehr eingehalten. Es shien eine einzige Ueberforderung und keine wirkliche Leitung mehr vorhanden zu sein. Oft auch dann wenn es sich um Kinder handelte, die durch eine Sozialbehörde eingewiesen worden sind. Vermutlich hängt das vor allem mit dem finanziellen Aspekt zusammen, die Ideologie ging Flöte aufgrund den "sicheren" Einnahmen. Es bleibt zu hoffen das der einstige Pensionierte hier vielleicht noch einmal etwas aufgleisen kann, was dem Ruf von damals, vor nicht allzu langer Zeit, wieder gerecht werden könnte! Leute rekrutieren, die sich bewährt haben, Leute finden suchen, einstellen, die den Job als Berufung leben und hinter der Philosophie von Rudolf Steiner stehen und nicht nur den Lohn kassieren. Ich wünsche es so sehr, denn das Schlössli war echt mal super gut!


daniela schmutz

leider war dies nie den habe es erlebt das kaum essen bekamen oder Kontakt unterbrochen worden oder Schläge vom Personal an Kinder.


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