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La Neuveville

Nach tödlichem Unfall: Stadt weist Schuld von sich

Vorwärtsstrategie der Gemeinde: In einer Mitteilung von Donnerstagabend weist die Behörde von La Neuveville jegliche Verantwortung für den tödlichen Unfall im Hafenbecken von sich.

Hafenbecken von La Neuveville: Ein defektes Stromkabel ist für den Tod von zwei Frauen verantwortlich. (Bild: Keystone)

Drei Tage nach dem tödlichen Unfall im Hafenbecken von La Neuveville, bei dem zwei Frauen (24- und 53-jährig) starben, hat sich am Donnerstagabend die Gemeinde La Neuveville mit einem Communiqué an die Medien gewandt. Darin schreibt sie, dass nach aktuellem Stand der Erkenntnisse die Verantwortung für den Unfall nicht bei der Gemeinde liege. Am Dienstag hatte die Polizei bestätigt, dass ein defektes Stromkabel zum Tod der Frauen geführt habe.
Erst letztes Jahr installiert
In diesem Zusammenhang verweist die Gemeinde auf ein privates und zertifiziertes Unternehmen, das 2016 mit der Installation der elektrischen Anlagen im Hafenbecken betraut gewesen sei – und damit auch für die befestigten Steckdosen, welche für die nahen Schiffe im Hafen vorgesehen sind. Ob diese mit sogenannten FI-Schaltern gesichert wurden, einer Schutzeinrichtung im Stromnetz (siehe BT vom Mittwoch), bleibt unbeantwortet. Die Abnahme der vor einem Jahr installierten Anlage sei ebenfalls durch einen unabhängigen Kontrolleur erfolgt, betont die Gemeinde. Nun warte man auf die Untersuchungsergebnisse. «Bis dahin gibt die Gemeinde keine weiteren Kommentare ab», so das Schreiben. Darin wird den Angehörigen der Opfer das Beileid ausgesprochen und «tiefe Betroffenheit» geäussert.
«Ein einziges Gebastel»
Fazit: Die Gemeinde ist sich keiner Schuld bewusst und weist jegliche Verantwortung von sich. Sicher scheint auch: Die Frage nach der Haftung wird in diesem Fall im Mittelpunkt stehen. Der «Blick» liess am Donnerstag einen Experten zu Wort kommen, der im Hafenbecken einen Augenschein genommen hat. Seine Feststellung: «Bei der Installation wurde offenbar gepfuscht. Die Abdeckung aus Chrom am Hafengeländer und die Lampe daneben wirken auf mich wie ‹ein einziges Gebastel›». Es gilt die Unschuldsvermutung. (egs)

Kommentare

ligerius47

Jetzt geht es nur noch darum so wenig wie möglich bezahlen zu müssen. Vieleicht einigt man sich auf einen harmlosen " Nager " dem man die Schuld am defekten Kabel zuweisen kann.


Biennensis

Frage: Warum lässt die Gemeinde La Neuveville seine elektronischen Installationen auf öffentlichem Grund nicht durch ein unabhängiges Unternehmen, wie zum Beispiel Energiecheck (Messungen, Inspektion und NEUABNAHMEN) kontrollieren? Eine Neuabnahme (inkl. periodische Kontrollen) der elektronischen Einrichtung(en) im Bereich von Wasser ist unerlässlich! PS: In der Vergangenheit war das Trinkwasser von La Neuveville bereits mehrmals verunreinigt und jetzt kommt noch ein "Elektro-Pfusch" hinzu. Die Gemeinde muss sich "wohl" (einmal mehr) erklären müssen... !


Demokrat

Skrupellose Gemeindebehörde die ihre Verantwortung nicht wahrnimmt! «Bei der Installation wurde offenbar gepfuscht. Die Abdeckung aus Chrom am Hafengeländer und die Lampe daneben wirken auf mich wie ‹ein einziges Gebastel›», so die aussage eines Experten. Fazit: der Installationsfirma ist die Konzsession zu entziehen und dem Kontrolleur die Bewilligung Installation zu begutachten! In verschiedenen Medien wird geschrieben und ausgesagt, dass metallische Geländer an ein Schutz-Potenzialausgleich anzuschliessen ist! Fehlte dort eine solche Installation? Werden die Bastelei verantwortlichen gedeckt, und von wem? Wird die Staatsanwaltschaft eine Anzeige eröffnen?


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