
Lotti Studer
Nach der Gründung des ARA-Verbundes Erlach erfolgte 1969 der erste Spatenstich der Anlage am Seestrandweg. An diesen Tag kann sich Willy Garo noch genau erinnern. Danach verfolgte er den Bau bis zu dessen Vollendung. Sein Arbeitsverhältnis als erster Klärwärter der Kläranlage Erlach begann am 15. Februar 1971. Für diese anspruchsvolle Arbeit erfüllte Willy Garo nach einem Klärwartkurs alle Voraussetzungen. Er ist Elektriker, Schlosser, Schweisser, Maschinist und Chemiker in einem. Um immer bestens über alles im Bild zu sein, bildete er sich laufend weiter und besuchte Giftkurse für Chemikalien.
Der schwärzeste Tag
In den 40 Jahren Tätigkeit als Klärwart hat sich Willy Garo bei der Arbeit an den zahlreichen Maschinen nie ernsthaft verletzt. Ein einziges Mal hat er sich einen Finger gequetscht. Nie trägt er bei seiner Arbeit Handschuhe, auch wenn der Schlamm noch so dreckig ist. Ihm graust vor nichts. Auf die Frage, was er denn so im Schlamm alles findet, antwortet er lachend: «Einen Goldbarren habe ich leider nie gefunden.» Dafür hat er unzähligen Fröschen und Kröten das Leben gerettet. Den Tieren, die sich nicht auf die bereitgestellte Schwimminsel retten konnten, verhalf er mit blossen Händen in die Freiheit.
Das Hochwasser im Jahr 2007, bei dem die gesamte Kelleranlage mehr als einen Meter im Wasser stand, bleibt Willy Garo als schwärzester Tag in Erinnerung. Er blickt jedoch mit grosser Genugtuung und Stolz auf seine 40-jährige Tätigkeit als Klärwart zurück.
«Werde nie ohne Arbeit sein»
Nebenbei führte Garo an der Amthausgasse Erlach eine Velohandlung. Diese übernimmt im März Jacques Jolidon. In Zukunft will Willy Garo vermehrt seine Hobbys pflegen. Er will mit seiner Frau auf Reisen gehen, Spaziergänge mit dem Hund unternehmen und mehr Zeit für seine Sammlungen alter Fahrräder, Mofas und Blechspielzeuge aufbringen. «Zudem gibt es in unserem alten, grossen Bauernhaus in Tschugg stets viel zu tun. Ohne Arbeit werde ich nie sein», sagt er.
|
- Zum Verfassen von Kommentaren bitte Anmelden oder Registrieren.

