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Gesundheitswesen

SBK Bern fordert höhere Gehaltsklassen für Pflegepersonal

Der SBK Bern fordert, dass Pflegefachleute im Kanton Bern in der Gehaltsordnung des Kantons Bern um eine bis zwei Lohnklassen höher eingereiht werden.

Symbolbild: Keystone

(mt) Damit soll nicht nur der neuen Bildungssystematik Rechnung getragen, sondern auch die Attraktivität der Pflegeberufe gesteigert werden. Dem Kanton Bern droht ein Pflegenotstand und die Erhöhung der Löhne ist eine der Massnahmen gegen diese drohende Gefahr.
Der SBK Bern hat in Zusammenarbeit mit Dr. Christian Katz eine arbeitswissenschaftliche Überprüfung der Einstufung von Pflegefunktionen im Einreihungsplan des Kantons Bern erstellt. Die Überprüfung ergab:
– dass die Pflege im Vergleich mit anderen, gleichwertigen Berufsbildern und Ausbildungen zu tief eingestuft ist,
– dass der neuen Bildungssystematik mit Ausbildungen an Fachhochschulen und Höheren Fachhochschulen nicht Rechnung getragen wurde,
– dass die Löhne tief angesetzt sind, weil es sich im Bereich Pflege um mehrheitlich Frauenberufe handelt, die generell weniger gut entlöhnt werden.
Der SBK Bern schlägt für die verschiedenen Funktionsstufen und Ausbildungen neue Gehaltsklassen vor. So sollen insbesondere die Abgängerinnen einer Höheren Fachhochschule und einer Fachhochschule höher eingestuft werden (siehe Tabelle).
Der SBK Bern fordert den Regierungsrat und den Grossen Rat auf, den heutigen Gegebenheiten im Bereich Pflege Rechnung zu tragen und die Anpassung der Gehaltsordnung (Richtpositionsumschreibung) raschmöglichst anzupassen. Der Kanton hat Vorbildfunktion und er trägt die Verantwortung für die Versorgungssicherheit. Gleichzeitig wird der SBK Bern seine Forderungen auch auf sozialpartnerschaftlicher Ebene einbringen.
Der Lohn ist ein Bestandteil für die Attraktivität eines Berufes. Die Pflegenden im Kanton Bern verdienen schon heute weniger als in anderen Kantonen und weniger als Staatsangestellte mit gleichwertiger Ausbildung. Das führt dazu, dass gut ausgebildetes Personal abwandert. Erschwerend kommt dazu, dass in den letzten Jahren laufend Stellen abgebaut wurden und immer weniger Personal immer mehr Leistung erbringen muss. Der SBK Bern stellt fest, dass es auch an Nachwuchs an diplomiertem Personal fehlt, zu wenig junge Menschen einen Pflegeberuf ergreifen. Das führt notgedrungen zu einem Pflegenotstand, da nicht unbeschränkt Personal aus dem Ausland rekrutiert werden kann. Es kann nicht im Sinne einer nachhaltigen Politik sein, diesen lebenswichtigen Bestandteil des Gesundheitssektors auszubluten.

SBK – der grösste Verband im Gesundheitswesen
Der SBK ist der Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner und vertritt als grösster Verband im schweizerischen Gesundheitswesen insgesamt 26‘000 Mitglieder. Die Interessen der Pflegenden an politischen Entscheidungsprozessen werden kantonale durch 12 regionale Sektionen vertreten. Diese geographische Nähe ermöglicht es, auf lokale Probleme einzugehen und bei Bedarf rasch vor Ort zu sein. Der SBK Bern gehört mit seinen 5‘400 Mitgliedern zu den grössten Sektionen.
Weitere Informationen: www.sbk-be.ch


Die Forderungen nach Berufsbild und Ausbildung:
Gemäss den Ergebnissen nach Abakaba und unter Berücksichtigung der Erwägungen unter Kapitel 8 ergeben sich für den SBK Bern die folgenden Einreihungsforderungen:
Pflegefachperson HF / FH
Geforderte Gehaltsklasse: 17 (+2), CHF 5'776.35 (Begründung: Berücksichtigung des Anteils an Fachhochschulabsolvent/innen und des Gleichstellungsgesetzes)
Pflegeassistent/in / Pflegeassistent/in
Geforderte Gehaltsklasse: 9, CHF 4'201.551 (unverändert)
Fachangestellte/r Gesundheit
Geforderte Gehaltsklasse: 13, CHF 4'481.85 (unverändert, mit minus 10 Anlaufstufen) oder 11 (-2), CHF 4'491.30 (ohne Anlaufstufe, entspricht in etwa bisheriger Einstufung GK 13 mit Anlaufstufe)
TOA
Geforderte Gehaltsklasse: 17, CHF 5'776.35 (unverändert)
Pflegefachperson HF (IPS / Anästhesie)
Geforderte Gehaltsklasse: 18 (+1), CHF 6'061.25 (Begründung: Berücksichtigung des Anteils an Fachhochschulabsolvent/innen und des Gleichstellungsgesetzes)
Stationsleitung (wenig Pflegeanteil, grosse Station)
Geforderte Gehaltsklasse: 19 (+1), CHF 6'368.90 (Begründung: Berücksichtigung des Anteils an Fachhochschulabsolvent/innen und des Gleichstellungsgesetzes)
Stationsleitung (mit grösserem Pflegeanteil, kleine Station)
Geforderte Gehaltsklasse: 20 (+2), CHF 6'700.45 (Begründung: Berücksichtigung des Pflegeanteils sowie Anteil an Fachhochschulabsolvent/innen und des Gleichstellungsgesetzes)
Pflegedienstleitung (Leitung Pflegesektor)
Geforderte Gehaltsklasse: 22 (+2), CHF 7'847.65 (Begründung: Berücksichtigung des Anteils an Fachhochschulabsolvent/innen und des Gleichstellungsgesetzes)
Pflegedienstleitung (mittelgrosse Institution)
Geforderte Gehaltsklasse: 23, 7'847.65 (unverändert)
Pflegedienstleitung (Grossspital)
Geforderte Gehaltsklasse: 25 (+1), CHF 8'749.95 (Begründung: Berücksichtigung des Anteils an Fachhochschulabsolvent/innen und des Gleichstellungsgesetzes)
 

 

 

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