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Kanton Bern

Per Mausklick in die Burgerbibliothek

Die Bestände der Burgerbibliothek in Bern sind erstmals in einem Onlinekatalog zugänglich. Das sind rund 2,5 Laufkilometer Archivalien und über 10 000 Bilder.

Die Burgerbibliothek ist nun online. Screenshot/BT

Urs Wüthrich

Bisher konnten Forscherinnen und Forscher sowie interessierte Laien in den umfangreichen Beständen der Berner Burgerbibliothek nur im Lesesaal recherchieren. Das Durchstöbern der aufliegenden Inventare - in Ordnern und Karteikarten - war mühselig und zeitaufwendig.

Das ist seit gestern vorbei. Historisch Interessierte können auf einen Schlag von zu Hause aus auf über 1100 mittelalterliche Buchhandschriften zurückgreifen, auf 2,5 Laufkilometer Archivalien zur Berner und Schweizer Geschichte, darunter Dutzende von Nachlässen, Familien-, Gesellschafts- und Firmenarchive. Zudem stehen über 10 000 Bilddokumente digital zur Einsicht parat. Gegen Gebühr können die Bilder in hoher Auflösung bei der Burgerbibliothek bestellt werden.

70 000 Bilddokumente

Einen Schwerpunkt der Bilddokumente setzen Ansichten von Stadt und . Unter dem Stichwort «Kirchenfeldbrücke» etwa finden sich über 200 Ansichten. Das Berner Münster ist gar 700 Mal bildlich vorhanden. Die bisher aufgeschalteten Bilddokumente sind laut Bibliotheksdirektorin Claudia Engler aber nur ein kleiner Teil des gesamten Bestandes. «Wir besitzen rund 70 000 Bilder», sagt Claudia Engler. Nach und nach würden weitere online geschaltet.

Derzeit stehen über 110 000 Datensätze zur Verfügung. Die Recherchen sind mittels verschiedener Suchfunktionen möglich. Mit der Volltextsuche (zu Beginn der Nachforschungen) genügt ein Wort, um generell einen Treffer anzuzeigen. Die Archivplansuche ermöglicht das Navigieren in der hierarchischen Struktur des Archivs, vom übergeordneten Bestand bis zum einzelnen Dokument. Oder die Deskriptorensuche: Damit kann gezielt nach Personen, Orts- oder Sachbegriffen gefahndet werden. Der neue Onlinearchivkatalog soll aber nicht nur die Suche vereinfachen und beschleunigen. «Wir hoffen, dass wir die Bevölkerung auf unsere Schätze aufmerksam machen können», sagt Direktorin Claudia Engler.

Feedback gewünscht

Sie ruft dazu auf, dass Benutzerinnen und Benutzer ihre Erfahrungen mit der Onlineplattform der Burgerbibliothek mitteilen, damit allfällige Anregungen und Verbesserungsvorschläge umgesetzt werden können. Die Bibliothek hat sich jetzt auch der 2009 eröffneten Internetplattform Archives online angeschlossen. Dieses Portal der Schweizer Archive ermöglicht übergreifende Recherchen in allen angeschlossenen Sammlungen. Um die recherchierten Archivalien anzuschauen, ist ein Besuch im Lesesaal der Bibliothek aber nach wie vor nötig. Die Bestände werden nämlich nicht ausgeliehen.

LINK: www.burgerbib.ch

Claudia Engler, Direktorin der Burgerbibliothek, surft im Onlinekatalog. Bild: ubl

Stichwörter: Bern, Burgerbibliothek

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