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bfu-Studie

Frauen schnallen sich häufiger an als Männer

Pünktlich zum Festival am Berner Hausberg nimmt sich auch die bfu dem "Gurten-Obligatorium" an. Eine Zählung hat ergeben, dass sich die Schweizer Autofahrer häufiger anschnallen als vor einem Jahr.

Die Schweizer schnallen sich im Auto häufiger an. Bild: zvg

(mt) Die diesjährige repräsentative Erhebung der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung über die Tragquote bei Sicherheitsgurten zeigt für die einzelnen Landesteile und für beide Geschlechter ein unterschiedliches Bild. Im Tessin tragen 81% der Lenker (2011: 79%) und 78% der Beifahrer (2011: 81%) den Sicherheitsgurt. In der Westschweiz sind 86% (2011: 83%) der Lenker und 87% der Beifahrer (2011: 86%) angeschnallt. In der Deutschschweiz ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen: 93% der Lenker (2011: 91%) und 93% der Beifahrer (2011: 90%) befolgen gemäss Erhebung dieses Jahr das Gurtenobligatorium. Schweizweit nahm die Quote bei den Rücksitzpassagieren leicht ab. Bedenkt man, dass das Anschnallen auch auf den Rücksitzen seit 1994 obligatorisch ist, ist die Tragquote von 77% (2011: 79%) nach wie vor unbefriedigend tief.

In der bfu-Erhebung 2012 wurde zum ersten Mal das Geschlecht der Lenker und Beifahrer auf den Vordersitzen erhoben. Aus methodischen Gründen beschränkte sich diese Zusatzerhebung auf Inner- und Ausserortsstrassen. Die Erhebung zeigt: Frauen sichern sich häufiger als Männer. Diese Feststellung trifft für Lenkerinnen (96% gegenüber 89% bei den Männern) und Beifahrerinnen (Frauen: 96% – Männer: 84%) zu.

Der Sicherheitsgurt gehört nach wie vor zu den wichtigsten Lebensrettern im Strassenverkehr. Schätzungen zufolge hat er in den etwas mehr als 50 Jahren seit seiner Erfindung den Tod von weltweit über einer Million Menschen verhindert. Würden sich alle Fahrzeuginsassen konsequent anschnallen, könnten in der Schweiz jährlich rund 30 Menschenleben gerettet und 60 schwere Verletzungen vermieden werden. Obwohl die Statistiken in den letzten Jahren einen Anstieg der Tragquoten auswiesen, hat die Schweiz noch einen langen Weg vor sich, um zu den Nachbarländern aufzuschliessen (zum Vergleich die 2010er-Tragquoten bei Fahrzeuglenkern innerorts: D 97%, F 96%, CH 83%). Die bfu, das Schweizer Kompetenzzentrum für Unfallprävention, engagiert sich deshalb weiterhin dafür, dass das Anschnallen im Auto immer mehr zur Selbstverständlichkeit wird – auch auf den Rücksitzen.
 

Stichwörter: BFU, Sicherheitsgurte

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