
Seit Oktober 1999 gibt es die Kosovo-Force (Kfor), ein UNO-Mandat unter der Leitung der Nato, gegründet während des Kosovokriegs. Und seit Oktober 1999 ist die Schweizer Armee (Swisscoy) im Kosovo mit dabei. Gemeinsam mit den Österreichern wurde auf dem Grundstück einer alten Pneufabrik in Suva Reka, im Süden des Kosovo, das Camp Casablanca errichtet. Die Temporärsiedlung besteht aus Containern und Lagerhallen. 220 freiwillige Schweizer Soldaten bilden jeweils alle sechs Monate ein neues Kontingent, bewaffnet mit Pistole, Langwaffe und Reizstoffsprühgerät. Der Schweizer Einsatz an der internationalen friedensunterstützenden Mission im Kosovo führt auf den Bundesratsentscheid vom 12. Juni 1999 zurück.
War das Augenmerk der Schweizer zu Beginn des Einsatzes noch auf die Unterstützung beim Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Infrastruktur gerichtet, setzt die Swisscoy heute auf Kommunikation. 2014 werden die Schweizer das Camp Casablanca voraussichtlich verlassen. Dann läuft das vom Bundesrat bewilligte Kosovo-Mandat aus. Dass die Swisscoy im Kosovo dennoch auch künftig präsent sein wird, ist aber denkbar.
Bereits heute leben Schweizer Soldaten in zivilen Häusern mitten in der Bevölkerung. Die “Liaison Monitoring Teams” (LMT) sind Anlaufstelle für Vertreter aller im Kosovo vertretenen Ethnien. Zwar ist der Handlungsspielraum der LMTs eingeschränkt. Sie haben operativ wenig Möglichkeiten, der Bevölkerung zu helfen. Ihre Aufgabe: Sie leiten die Anliegen und die Probleme der Kontaktpersonen an den zuständigen Kommandanten der Kfor weiter, welcher diese Informationen als Basis für operationelle Entscheide nutzt. Durch die Schilderungen der Einheimischen und die Präsenz der LMTs in der Bevölkerung sollen mögliche Konflikte erkannt und eine Eskalation verhindert werden. “Die LMTs übernehmen dadurch eine enorm wichtige Aufgabe”, sagt Hansjörg Fischer, nationaler Befehlshaber der Schweiz im Kosovo.
Die Schweizer LMTs sind in den Städten Prizren und Malishevo stationiert. Sie fahren täglich vorgegebene Routen ab. Dabei treffen sie verschiedene Vertreter aus der Bevölkerung zu Gesprächen – zum Beispiel Stadtpräsidenten oder Dorfsprecher. Auch serbische Enklaven, meist in den Bergen, werden angefahren.
Video: Das Schweizer Liaison Monitoring Team Daniel Weibel und Sascha Dällenbach besuchen mit Übersetzer Rafet Halili den Kosovo-Serben Tomislav Tomic im Bergdorf Drajcici.
Das Bieler Tagblatt war im Camp Casablanca zu Besuch. Lesen Sie das Porträt über Infanterist Martin Zwahlen aus Kallnach im Bieler Tagblatt vom 7. Januar oder im E-Paper.
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Kommentare
Wer diesen "nur sonnige" Bericht der Schweizer Soldaten im Kfor-Umfeld "unbelastet" liest, denkt sofort an GSOA-Mitglieder, die sich einen solchen Job bestimmt nicht entgehen lassen würden! Würde tatsächlich die Milizarmee nach ihrer Initiative an der Urne abgeschafft, wären bestimmt viele der jungen Wehrdienstverweigerer bereit, unter der NATO-Fahne als Schweizer-Soldat in Krisengebieten "Sekuritas-Wöchter" zu spielen! Nun, hoffen wir nur, dass nie ein "schweizerischer Soldat" im Sarg zurückkommen muss! Spätestens dann müssten auch die Milizarmee-Abschaffer über ihre neutralitäts- und schweizerfeindlichen Absichten nachdenken.
Die Fahnenflüchtigen Serben, Kosovaren und Albaner, alles Ex Jugos und mit dem gleichen Balkan Blut in ihren Adern, führen bei uns ein grosses Maul, haben alle Gag in Ihren Hosen und sind nicht fähig ihre Länder aufzubauen.