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Bankgeheimnis – kein Ruhmesblatt

«Pro und Contra zum Bankgeheimnis» – BT, 19. Februar

Ich bin etwas erstaunt, dass von SP und Gewerkschaftsseite, aber auch von Seiten der KMUs ein Argument kaum ins Feld geführt wird: das Bankgeheimnis trug und trägt wesentlich dazu bei, dass der Franken gerne zum Spekulationsobjekt wird und damit künstlich verteuert wird. Das fügt dem Werkplatz Schweiz massiven Schaden zu.

Die einseitige Fokussierung der Schweizer Politik auf den Finanzplatz hat aber auch noch einen andern Aspekt: vor kurzem wurde berichtet, dass der mittlere Jahreslohn bei einer der Grossbanken bei 300 000 Franken liegt, alles inklusive Boni eingerechnet. Bei der Gewerkschaft Unia, bei der ich Mitglied bin, liegt der Paritätslohn, also der mittlere Lohn, bei gegen 6000 Franken pro Monat, also bei gegen 80 000 Franken Jahreslohn, und da sind eigentlich nur die Facharbeiter einer Sparte eingerechnet.

Meine Schlussfolgerung ist die, dass mit Mitteln auf dem Werkplatz um vier Mal mehr Leute beschäftigt werden können als auf dem Finanzplatz. Bedenkt man, dass die Gelder im Finanzsektor teilweise Fluchtgelder aus Entwicklungsländern sind, wo die Löhne gut und gerne um einen Faktor 10 tiefer liegen, werden mit jedem Arbeitsplatz auf dem schweizerischen Finanzplatz den Entwicklungsländern Mittel für 40 Arbeitsplätze entzogen.

Auch so gesehen müssen wir uns für unser Bankgeheimnis eigentlich nur schämen.

Niklaus Baltzer, Biel

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