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Kanton Bern

1'110 neue Arbeitsplätze geplant

Die Wirtschaftsförderung des Kantons Bern hat im letzten Jahr 39 Projekte von Unternehmen unterstützt. Diese werden mittelfristig voraussichtlich 1’110 neue Arbeitsplätze schaffen und 208 Millionen Franken Investitionen auslösen.

Auch die Firma Sputnik profitiert von der Wirtschaftsförderung. BT/a

(mt) Im Jahr 2011 hat die Wirtschaftsförderung des Kantons Bern (WFB) trotz der unsicheren Währungssituation insgesamt 39 Projekte in der einen oder anderen Form unterstützt; darunter sind 24 Projekte bestehender Unternehmen, zwei Neugründungen und 13 Ansiedlungen. Diese Projekte werden gemäss den Angaben der Unternehmen voraussichtlich 1’110 neue Arbeitsplätze generieren und 208 Millionen Franken Investitionen auslösen.

Gemäss der politischen Vorgabe der Volkswirtschaftsdirektion standen innovative Projekte in den Clustern im Zentrum der Unterstützung. Insgesamt wurden 35 Projekte in den folgenden Clustern unterstützt: Präzisionsindustrie (13), Medizintechnik (6), ICT (6), Design/Luxusgüter (5), Energie- und Umwelttechnik (2) sowie Dienstleistungen (3). Nur vier der unterstützten Unternehmen sind in anderen Branchen tätig.

Die unterstützten Unternehmen stammen aus den Regionen Bern (16), Biel-Seeland (7), Berner Jura (6), Emmental (4), Oberaargau (3) und Berner Oberland (3). Firmen wie Atizo in Bern, Consenda in Saanen, FL Metalltechnik in Grünen, Bucher in Langenthal, Sputnik Engineering in Biel und Lamineries Matthey in La Neuveville haben Projekte mit der Unterstützung der WFB realisiert.

Die WFB hat im vergangenen Jahr ausserdem dazu beigetragen, dass sich 13 Unternehmen im Kanton Bern angesiedelt haben. Beispiele sind die Firmen Hess Schweiz AG aus Deutschland und Exactech aus den USA. Insgesamt führte die Standortpromotion 69 Evaluationsbesuche im Kanton Bern durch. Die im Jahr 2011 neu angesiedelten Unternehmen beabsichtigen, 276 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Im Auftrag der WFB berät die innoBE AG unentgeltlich Neugründer bis zu drei Stunden und KMU bis zu drei Tagen. Für Neugründer im Kanton Bern bietet die WFB zum Beispiel eine Erstberatung in den Themenbereichen Geschäftsidee, Chancen, Businessplan und allen betriebswirtschaftlich relevanten Fragen im Zusammenhang einer Firmengründung an. Ein weiteres Angebot ist ein Innovationscheck, bei dem der Kanton Bern auch die Beratung zur Generierung neuer Ideen übernimmt, wenn KMU nach neuen Geschäftsfeldern suchen, neue Projekte bewerten und realisieren wollen oder nach neuen Partnern suchen. Im Jahr 2011 hat die innoBE AG im Auftrag der WFB 353 Erstberatungen für Start-up-Unternehmen und 141 Erstberatungen für KMU durchgeführt. Im Jahr 2010 waren es 491 und im Jahr 2009 432 Erstberatungen.

Die WFB hat zudem verschiedene Unternehmen mit einem Messebonus unterstützt. Sie kann einen Messebonus für die erste oder zweite Teilnahme an einer internationalen Fachmesse im Ausland oder in der Schweiz gewähren. Die WFB hat als Massnahme zur Abschwächung der «Frankenstärke» entschieden, die Kriterien für die Entrichtung eines Messebonus vorübergehend anzupassen. Seit Oktober 2011 bis 31. Dezember 2012 kann die WFB zudem Berner KMU unterstützen, die an einer bestimmten ausländischen Fachmesse schon mehr als zwei Mal ausgestellt haben und/oder die schon zwei Mal einen WFB-Messebonus für eine bestimmte Fachmesse im Ausland erhalten haben. Im Jahr 2011 hat die WFB 95 Unternehmen Messeboni in der Höhe von rund 0,58 Millionen Franken gewährt. Im Vorjahr profitierten 93 Unternehmen von Messeboni in der Höhe von 0,74 Millionen Franken.

Im Jahr 2011 hat die WFB acht Berner Unternehmen, die ein Projekt mit der Förderagentur für Innovation des Bundes (KTI) realisiert haben, mit einem Innovationsbeitrag unterstützt.

Effektive Bilanz 1998-2008

Für Projekte, in welchen geldwerte Leistungen erbracht werden, muss das jeweilige Unternehmen während mindestens fünf Jahren Bericht erstatten. Dies ermöglicht der WFB, nicht nur über geplante Investitionen und Arbeitsplätze, sondern auch über das tatsächlich Erreichte («effektive Bilanz») zu berichten. Der Kanton Bern ist einer der wenigen Kantone, der diese Zahlen veröffentlicht. Rund 75 Prozent der geförderten Projekte sind zur Berichterstattung verpflichtet. Projekte, die mit Beratung oder mit der Vermittlung von Immobilien oder Industrieland unterstützt wurden, sind in den folgenden Zahlen nicht erfasst.

Von den in den Jahren 1998 bis 2008 geförderten Projekten bestand für 563 Projekte die Pflicht zur jährlichen Berichterstattung. Rund 77 Prozent dieser Projekte werden derzeit umgesetzt oder sind bereits vollständig abgeschlossen. Bis Ende 2010 wurden von den geförderten Unternehmen im Kanton Bern insgesamt rund 9‘244 neue Arbeitsplätze geschaffen und rund 6,9 Milliarden Franken investiert. Die tatsächlichen Investitionen fielen damit höher als geplant aus. Hingegen konnten nicht ganz alle Arbeitsplätze realisiert werden, die ursprünglich geplant waren.

Wirkung/Nutzen-Untersuchung der Wirtschaftsförderung 2011

Nach den Jahren 2002 und 2007 haben die Volkswirtschafts- und die Finanzdirektion im Jahr 2011 zum dritten Mal die Wirkungen und den Nutzen der Wirtschaftsförderung (Finanzierungsbeiträge und Steuererleichterungen) untersuchen lassen. Aufgrund der Studienergebnisse kann nach wie vor davon ausgegangen werden, dass die eingesetzten Instrumente der Wirtschaftsförderung zu Netto-Einnahmen führen und damit den Finanzhaushalt entlasten.

Stichwörter: Kanton Bern, Arbeit

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