
Das ganze Jahr hindurch bemühen sich die BT-Filmkritikerinnen und BT-Filmkritiker mit ihren Texten und Bewertungen, den Leserinnen und Lesern eine Hilfe zu sein. Jedes Jahr lernen sie dabei neu: Es gehört zu den schwer ergründbaren Geheimnissen des Filmgeschäfts, dass weder mit guten Kritiken noch mit Mega-Werbebudgets ein Erfolg an der Kinokasse erzwungen werden kann. Sicher aber ist: Beim grossen BT-Filmwettbewerb bestimmen Sie, liebe Leserinnen und Leser, welche Filme im vergangenen Jahr sehenswert waren und welche nicht.
Der Rückblick
Neben den persönlichen Erlebnissen, die jeder Zuschauer bei seinen Kinobesuchen gemacht hat, darf die unternehmerische Seite nicht vergessen werden. Für die Bieler Kinobesitzerin Edna Epelbaum war das vergangene Jahr eines mit «vielen Ups and Downs», wie sie im Gespräch mit dem BT sagt. «Es begann sehr erfolgreich. ‹The King’s Speech›, ‹Black Swan› oder ‹Rien à déclarer› waren die Gründe dafür.» Die zweite Jahreshälfte sei hingegen «sehr durchzogen» gewesen. Das nasskalte Wetter im Juli habe zwar für überdurchschnittlich viele Eintritte gesorgt, dafür seien die Herbstmonate «bitter» gewesen. Die Kombination von traumhaft schönem Wetter und fehlenden qualitativ hochstehenden Filmproduktionen hätten weniger Publikum in die Säle gebracht als erhofft. Das Ende des Jahres sehe nun wieder ein bisschen besser aus: «‹Intouchables› bleibt vorläufig intouchable!»
Die Herausforderung
Vor einem Jahr hatte die Kinobetreiberin an dieser Stelle die Prognose gewagt, dass das Ende der 35-mm-Rolle gekommen sei. «Das vergangene Jahr gab mir Recht», sagt Epelbaum. «Die Digitalisierung ist zwingend nötig. Es wird immer schwieriger, Filme auf 35 mm zu erhalten.» Epelbaum sieht aber auch die andere Seite der Medaille: «Durch die Digitalisierung eröffnen sich neue Möglichkeiten. Ich denke da an Liveübertragungen von Opern und Ballettaufführungen oder sportlichen Grossanlässen.» Verkommt das Kino so nach und nach zur Nebensache? «Nein, sicher nicht», wehrt Epelbaum ab: «Im Zentrum stehen nach wie vor der Film und die kulturelle Diversität.»
Und damit diese erhalten bleibe, seien die Bieler Kinos aufgerüstet worden, so Epelbaum: «Sechs der sieben Säle sind digitalisiert, die Umrüstung im Apollo folgt in diesem Jahr.» Eine «bielspezifische» Schwierigkeit bleibe aber bestehen, jene der verschiedenen Sprachversionen, die benötigt werden. Es sei zunehmend aufwendiger, an Originalversionen zu kommen. Dann stimmt also die Wahrnehmung, dass in Biel viel mehr Filme als früher nur noch in synchronisierten Fassungen laufen? «Bis vor kurzem konnte sich die Deutschschweiz gut gegen diese Tendenz wehren. Dies hat sich in den letzten ein, zwei Jahren jedoch geändert», sagt Epelbaum. Was sie damit meint: Viele Zuschauer mögen keine Untertitel mehr lesen. Dieses Publikum und die dezidierten Befürworter der Originalversionen gleichermassen zu befriedigen, bleibt für Epelbaum und ihr Team die grosse Herausforderung. Doch zurück zum BT-Wettbewerb und damit zu den Hitlisten. Welches waren denn die drei Lieblingsfilme 2011 der Kinobetreiberin? Epelbaum entscheidet sich für «Pina», «Black Swan» und «Le Havre».
Die Wahl
Kommerzielle Grosserfolge mit neuen Filmen gab es im vergangenen Jahr wenige. Die erfolgreichsten Streifen waren praktisch allesamt Fortsetzungen: der letzte «Harry Potter», der zweite «Hangover» oder der vierte «Pirates of The Caribbean». Dazu kamen die beiden Überraschungen «Intouchables» und «Der Verdingbub». Ist einer dieser Titel der BT-Film des Jahres? Oder sorgen die Leserinnen und Leser des «Bieler Tagblatts» einmal mehr für eine Überraschung und wählen einen ganz anderen Film? Achtung: Ihre Vorschläge haben keinen Einfluss auf die Verlosung. Wählen Sie einfach denjenigen Film, der Ihnen wirklich gefallen hat.
Und hier geht es zur Abstimmung: www.bielertagblatt.ch/filmdesjahres
Raphael Amstutz
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Kommentare
Les Intouchables, ein berührender Film!