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Der Sänger im Boxring

Faith No More brillieren am Gurtenfestival. Sänger Mike Patton festigt seinen Ruf als feindseligster Frontmann der Welt. Verständlich, wenn man sich auf den Schlips getreten fühlt.

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(lin) «Hunde wollt ihr ewig rocken?», würde Chris von Rohr fragen. Faith No More kochen seit fast 30 Jahren ihr Mischgebräu aus Metal, Funk, Pop und Soul. Sie spielten Crossover, bevor der Begriff ein Schimpfwort war. Ende Achtziger erfunden, wurde der Stil in den Neunzigern zum Trend. Klone sprangen auf den Zug auf, doch die Zeit walzte sie allesamt platt. Alle ausser die Lokführer Faith No More. Nun spielen sie nach 10 Jahren Pause wieder live – die «Second Coming Tour».

Luzifer des Rock
Mike Patton tritt auf die Bühne: Ein heller Anzug, die Haare nach hinten gegelt, von Beginn weg ein einschüchternd intensiver Blick. Im roten Licht sieht er aus wie eine Mischung aus Wirtschaftskriminalist und Berufskiller – oder noch besser: wie der Luzifer des Rock.

Nach einem Instrumental-Intro eröffnet die Band aus San Francisco mit «From Out Of Nowhere» ihr 90-Minuten-Set. Als Faith No More den Song für «The Real Thing» 1988 aufnahmen, war Patton 20 Jahre alt und gerade neu zur Gruppe gestossen. Damals beschränkte sich sein Einfluss auf die Texte – danach nahm der Mann die Zügel in die Hand, der mit unzähligen Projekten in allen möglicher Genres über 30 Alben veröffentlicht hat. Und auch wenn niemand die Instrumentalisten der Gruppe als Staffage betrachtet, so ist doch Patton stets das Zentrum der Aufmerksamkeit. Nicht anders auf dem Gurten.

Mehr zum Thema im «Bieler Tagblatt» vom Montag, dem 19. Juli 2010 oder im E-Paper.
Stichwörter: Gurten

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