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Kanton Bern

Wald- und Holzwirtschaft sind zu wenig wirtschaftlich

Die Wirtschaftlichkeit der Wald- und Holzindustrie und die Gesundheit der Wälder sind die zentralen Herausforderungen im Berner Wald. Der Nachhaltigkeitsbericht zeigt, dass sich Lösungen für die Probleme im Berner Wald nur finden, wenn alle Beteiligten über die Waldgrenzen hinaus zusammen arbeiten.

Symbolbild: Keystone

Bauen mit Holz ist im Trend. Die Nachfrage nach Holz ist vorhanden, doch die einheimische Waldwirtschaft kann das Potenzial nicht ausschöpfen, denn die Branche ist kleinstrukturiert und wenig wirtschaftlich orientiert. Ein Drittel des Berner Waldes wird von den 97 Berner Forstbetrieben bewirtschaftet. Ihre durchschnittliche Waldfläche beträgt 556 Hektaren. Das ist halb so viel wie im Schweizer Durchschnitt. Die restlichen zwei Drittel sind «Kleinwald» in der Hand von 328 öffentlichen und über 36'000 privaten Eigentümern, die durchschnittlich drei Hektaren Wald besitzen. Für zwei von drei Berner Waldeigentümer ist der Wald keine Einkommensquelle oder sogar ein Verlustgeschäft. «Wir sehen deshalb grossen Handlungsbedarf in der Sozioökonomie», sagte Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann bei der Präsentation des Nachhaltigkeitsberichts 2018, heisst es in der Medienmitteilung.

 

Fit machen für den Klimawandel
Der Nachhaltigkeitsbericht listet seit 2008 Zahlen und Fakten zum Zustand des Berner Walds auf. Und er zeigt grossen Handlungsbedarf auch im Bereich Waldgesundheit und Vitalität: «Die Umweltbelastung und der Klimawandel setzen dem Wald zu», sagte Christoph Ammann. Darum werde geforscht, welche Bäume mit dem wärmeren Klima besser zurechtkämen. «Adaption heisst das Stichwort: Den Wald für den Klimawandel fit machen», so Ammann.

 

Zusammenarbeit und Innovation
Die Wald- und Holzwirtschaft stärken: Das ist eine der Kernbotschaften der Strategie «Wald», in der das Amt für Wald die Zusammenarbeit mit den Partnern definiert. Die Strategie ist abgestimmt auf die Herausforderungen, die im Nachhaltigkeitsbericht beschrieben sind. Roger Schmidt, Vorsteher des Amts für Wald, zur Funktion seines Amts: «Wir verstehen uns als Teil eines Netzwerks, das den Wald und dessen Nutzung beeinflusst.» Die öffentliche Hand unterstützt die Unternehmen der Wald- und Holzwirtschaft, indem sie gute Rahmenbedingungen schafft. «Wichtigster Punkt ist die Entwicklung von Zusammenarbeit und Innovation in der Waldwirtschaft.» Projekte wie die «Initiative Holz BE» und das Programm «Nachhaltige Waldwirtschaft BE» zeigen bereits Wirkung: Alle Akteure innerhalb der Wertschöpfungskette Holz setzen sich für die Verwendung von Holz aus der Region ein. Dazu kommt, dass sich viele Waldbesitzer zu neuen, leistungsfähigeren Organisationen zusammenschliessen, heisst es weiter. mt

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