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100 Jahre BIZ

Von der Lehrlingsfürsorge zum Laufbahnzentrum

1918 nahm der erste Berufsberater im Kanton Bern die Arbeit auf. In diesem Jahr feiert die Berner Berufsberatung ihren 100. Geburtstag.

BIZ. Bild: Keystone

Am Rand eines Bürgerkriegs
Welchen Beruf möchte ich lernen? Eine Frage, die sich nach dem Ersten Weltkrieg nur ganz wenige stellen konnten. Armut, soziale Missstände und politische Unruhen prägten die Zeit; die Schweiz stand am Rand eines Bürgerkriegs. Statt Lehrlingslohn zu erhalten, musste ein Lehrling beispielsweise Lehrgeld entrichten. Eltern schickten ihre Jugendlichen deshalb zu jenen Lehrmeistern, die nur ein kleines Lehrgeld forderten und eine kurze Lehrzeit anboten.

 

Von der privaten Initiative …
In Thun entstand 1918 die erste Berner Berufsberatungsstelle. Im Auftrag einer engagierten Gruppe übernahm der Lehrer Albert Münch diese Aufgabe im Nebenamt. Er kümmerte sich um ausgebeutete Lehrlinge und knöpfte sich so manchen Lehrmeister persönlich vor. Gleichzeitig hatte er ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Arbeitgeber, vermittelte Lehrstellen, sprach Lehrgelder aus dem Stipendienfonds und engagierte sich für die Weiterentwicklung der Berufsberatung, heisst es in der Medienmitteilung.

 

… zur kantonalen Dienstleistung
Hundert Jahre später ist die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung ein selbstverständlich gewordenes Angebot des Kantons, das jährlich von über 70'000 Personen genutzt wird. Die Unterstützung Jugendlicher im Berufswahlprozess durch die BIZ ist eine bekannte und etablierte Dienstleistung. Die BIZ beraten aber nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene bis teilweise kurz vor der Pensionierung in Fragen der Laufbahngestaltung, heisst es weiter.

 

Neue Aufgaben
In Zukunft wollen die BIZ ihre Kundinnen und Kunden noch stärker dabei unterstützen, eine Balance zwischen persönlicher Entfaltung und nachhaltiger Arbeitsmarktfähigkeit zu finden. Mit verschiedenen Massnahmen wollen die BIZ vermehrt Menschen ansprechen, die ihre berufliche und persönliche Entwicklung selber in die Hand nehmen und sich dabei das Fachwissen und die umfangreichen Infotheken der BIZ zunutze machen, heisst es in der Pressemitteilung. mt

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