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Umfrage

Schüler sollen länger schlafen, um den öffentlichen Verkehr zu entlasten

Der Kanton Bern will prüfen, ob der öffentliche Verkehr mit einem späteren Schulbeginn an Mittel- und Berufsfachschulen entlastet werden könnte.

Symbolbild: zvg

Der Kanton Bern führt dazu eine Umfrage bei Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften von drei Gymnasien im Raum Bern zur Akzeptanz dieser Idee durch. Die Ergebnisse werden im Herbst 2015 vorliegen.

Während den Spitzenzeiten am Morgen und am Abend ist der öffentliche Verkehr (ÖV) in der Agglomeration Bern regelmässig überlastet. Ein Grund sind unter anderem die zahlreichen Schülerinnen und Schüler, welche die Züge, Busse und Trams in der gleichen Zeitspanne wie die Arbeitspendler nutzen. Kurz nach oder vor diesen Spitzen hat der ÖV wieder freie Kapazitäten. Regierungspräsidentin Barbara Egger-Jenzer zeigte sich überzeugt, dass diese Kapazitäten u.a. mit einer Verschiebung des Schulbeginns sinnvoll genutzt werden könnten. Der Ausbau des ÖV und der Strassen könne nicht der einzige Weg sein, die Verkehrsprobleme zu lösen. Es brauche auch Änderungen der Arbeits- und Lebensgewohnheiten.

Technisch möglich und machbar
Vorabklärungen der Bau-, Verkehrs und Energiedirektion (BVE) haben ergeben, dass eine Verschiebung des Ausbildungsverkehrs um eine Stunde zu einer signifikanten Glättung der Verkehrsspitzen führen kann. Schätzungen gehen davon aus, dass das ÖV-Netz in der Agglomeration Bern zur Morgenspitzenstunde um bis zu 1000 Fahrgäste entlastet werden könnte, wenn die drei Gymnasien Bern-Neufeld, Bern-Kirchenfeld sowie Köniz-Lebermatt ihren Unterricht später beginnen würden. In einem ersten Schritt wurde die Machbarkeit eines „9-Uhr-Stundenplans“ am Beispiel des Gymnasiums Neufeld geprüft. Dabei hat sich gezeigt, dass ein späterer Schulbeginn zwar eine Herausforderung darstellt, aber grundsätzlich möglich ist.

Auswirkungen auf die Bildung
Auswirkungen für die Schülerinnen und Schüler und deren Ausbildung sind schwieriger abschätzbar. So bringt eine Verschiebung des Schulbeginns am Morgen oft einen späteren Schulschluss. Dies hat Einfluss auf die Zeit, welche für ausserschulische Aktivitäten, aber auch für das für die Bildungsqualität wichtige selbständige Lernen genutzt werden kann.

Akzeptanz prüfen
Mit einer Online-Befragung, die durch ein unabhängiges Forschungsinstitut durchgeführt wird, will der Kanton nun die Akzeptanz einer Verschiebung des Schulbeginns bei den Schülerinnen und Schülern, ihren Eltern und den Lehrkräften prüfen und dabei auch die Folgen einer allfälligen Verschiebung des Schulbeginns auf Lernbereitschaft und ausserschulischen Aktivitäten abschätzen. Ebenfalls soll die Umfrage Aufschluss geben über das tatsächliche Mobilitätsverhalten der Schülerinnen und Schüler. Die Ergebnisse der Umfrage werden im Herbst 2015 vorliegen. Die Entscheide über das weitere Vorgehen werden die BVE und die Erziehungsdirektion auf Grund weiterer Abklärungen anschliessend fällen, wobei neben den Auswirkungen auf den Verkehr die Akzeptanz und die Folgen für die Bildung entscheidend sein werden. mt

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