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Lötschenpass

Schmelzender Firn gibt auf dem Lötschenpass 4000-jährige Bergausrüstung frei

Schmelzende Gletscher und Schneefelder gaben vermisste Personen und ihre Ausrüstungen preis. Während diese Funde keine hundert Jahre alt sind, konnten Fachleute des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern im September auf dem Lötschenpass rund 4000 Jahre alte Ausrüstungsgegenstände aus einem Firnfeld bergen.

  • 1/3 Freilegungsarbeiten der Fundstelle auf dem Lötschenpass. Copyright: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Kathrin Glauser
  • 2/3 Ein römisches Holzobjekt (oben) und ein eisenzeitliches Holzgefäss mit Brandspuren (unten). Copyright: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha.
  • 3/3 Endfragment eines Pfeilbogens aus Ulmenholz aus der frühen Bronzezeit (2000–1800 v. Chr.). Copyright: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha.
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Erste C14-Datierungen belegen, dass viele Fundstücke in der Zeit um 2000 bis 1800 v. Chr., der Frühbronzezeit, auf dem Pass liegen geblieben sind. Dazu gehören eine Spanschachtel mit grobem Getreidemehl, Pfeilbogenfragmente, drei Pfeilspitzen aus Silex, ein Behälter aus Kuhhorn und kleine Lederstücke. Die 2017 geborgenen Objekte vervollständigen das Bild: Neben vier Pfeilbogenfragmenten fanden sich Lederriemen und -stücke, zerbrochene Pfeilschäfte sowie eine aus tierischen Fasern gedrehte Schnur mit einem Knopf aus Geweih.


Das Fundensemble kann als Ausrüstung eines frühbronzezeitlichen Berggängers interpretiert werden. Neben der Proviantschachtel mit Mehl trug er eine Birkenrindentasche sowie Pfeil und Bogen mit sich. Die beachtliche Anzahl Lederriemen und -fragmente können zusammen mit einigen Holzstücken von einem rucksackartigen Behälter stammen. Die Überlieferung einer solchen Ausrüstung aus der Bronzezeit ist einzigartig. mt
 

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