Sie sind hier

Kanton Bern

Insekten als natürliches Pflanzenschutzmittel

Rund 2'600 Landwirtschaftsbetriebe haben sich für das Berner Pflanzenschutzprojekt angemeldet. Neu verzichten diese Betriebe kantonsweit auf den Einsatz von Herbiziden und Insektiziden.

Symbolbild: Pixabay

Das Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern lancierte 2016 zusammen mit dem Berner Bauern Verband und dem Bundesamt für Landwirtschaft ein Projekt zur Verminderung von Nebenwirkungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Der Kanton Bern will zusammen mit der Landwirtschaft proaktiv die Belastung in Gewässern reduzieren. Wie die Agrardatenerhebung von Anfang März 2017 zeigt, findet das Vorhaben bei den Berner Landwirtinnen und Landwirten Anklang. Rund 2'600 Landwirtschaftsbetriebe haben sich für knapp 4'900 Massnahmen angemeldet.

Es wird auf Totalherbizid verzichtet
Auf reges Interesse stösst der Verzicht von Totalherbiziden bei ackerbaulichen Frühjahrskulturen wie Mais, Rüben, Kartoffeln oder Sommergetreide. Knapp 1'900 Betriebe wollen diese Massnahme umsetzen und so auf gesamthaft 9'500 Hektaren auf den Einsatz des Totalherbizids Glyphosat verzichten. Das entspricht knapp 50 Prozent der geschätzten Anbaufläche von Frühjahrskulturen. Eine wissenschaftliche Projektbegleitung soll aufzeigen, wie sich der Herbizidverzicht auf die Natur auswirkt.

Auf 1'300 Betrieben werden Nützlinge ausgebracht
Ebenfalls grossen Anklang findet die Massnahme zum Ausbringen von Nützlingen anstelle von Insektiziden beim Anbau von Mais. Die sogenannten Trichogramma-Schlupfwespen sind natürliche Gegenspieler des Maiszünslers. Diese Massnahme wird von 1'300 Betrieben auf 4'440 Hektaren angewendet. Damit wird bei über 40 Prozent der Maiskulturen im Kanton Bern auf diese Massnahme gesetzt.

Projekt stösst auf Interesse
Grösser als angenommen ist das Projektinteresse auch bei den Spezialkulturen wie Obst, Reben oder Beeren. Mit verschiedenen Massnahmen wie beispielsweise dem Einsatz von Schutznetzen gegen Insekten oder der Bekämpfung von Schadinsekten mit Hilfe von Duftstoffen (Verwirrungstechnik) wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert.

Tiefer als vorgesehen sind hingegen die Anmeldungen bei den Massnahmen für den Verzicht auf spezifische Herbizide im Ackerbau und das Erstellen von begrünten Querstreifen am Feldrand. Die Querstreifen verhindern, dass ausgebrachte Pflanzenschutzmittel abgeschwemmt werden und via Schächte in Gewässer gelangen. Mit Beratung und Weiterbildung will die Projektleitung die Beteiligung an solchen Massnahmen noch erhöhen.

Insgesamt stimmt das Interesse der Landwirtschaft an einer Teilnahme am Projekt gut mit den Prognosen und somit auch den verfügbaren öffentlichen Mitteln zur Leistungsabgeltung überein. mt

***************************************

Hinweis

Das Berner Pflanzenschutzprojekt
Das Berner Pflanzenschutzprojekt soll die Landwirtschaft beim effizienten und umweltschonenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterstützen. Das Ziel des sechsjährigen Projekts (2017 bis 2022) ist es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft zu optimieren und damit die Umweltrisiken – insbesondere in Gewässern – ohne massgebliche Beeinträchtigung des Produktionsvolumens zu reduzieren.

Trägerschaft
Das Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern bildet zusammen mit dem Berner Bauern Verband die Projektträgerschaft. Das Bundesamt für Landwirtschaft übernimmt 80 Prozent der gesamten Projektkosten von 62,7 Millionen Franken. Der Kanton Bern wird über sechs Jahre 10,6 Millionen Franken beisteuern, was rund 17 Prozent der Gesamtkosten entspricht.

Weitere Informationen: www.be.ch/bpp

Nachrichten zu Kanton Bern »