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Ziel für 2020 schon jetzt erreicht: Biels Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft

Zwischen 2010 und 2014 haben die Städte des Jurabogens ihren Primärenergieverbrauch um 7 Prozent gesenkt, die Stadt Biel gar um 15 Prozent. Dass will aber nicht heissen, dass die Bielerinnen und Bieler sparsamer geworden sind.

Symbolbild: Keystone
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Die Region des Jurabogens will dank dem Energie-Programm der Städteverbindung des Jurabogens eine Vorreiterrolle in Energiefragen spielen. Mit den im Rahmen des Programms durchgeführten Massnahmen sollen sich die betroffenen Gemeinden dem ehrgeizigen Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft nähern. Konkret bedeutet dies, dass der Energieverbrauch pro Einwohner auf 2000 Watt gesenkt werden soll.

Dazu haben sich die Gemeinden Biel, Delsberg, La Chaux-de-Fonds, Le Locle, Neuenburg, Moutier, Orbe, Porrentruy, Sainte-Croix, Saint-Imier, Tramelan und Val-de-Travers zusammengeschlossen und entsprechende Massnahmen in die Wege geleitet. Als erste Handlung wurde eine territoriale Energiebilanz erstellt. Diese bezieht sich auf das Jahr 2010. Die Ergebnisse zeigten, dass der Primärenergieverbrauch pro Kopf ungefähr 5600 Watt entsprach (Biel: 5401 Watt pro Kopf).

Auf dieser Grundlage wurden strategische Ziele formuliert. Im Einzelnen: Pro-Kopf-Verbrauch von 4800 Watt im Jahr 2020 und von 3000 Watt im Jahr 2035, um eine Annäherung an den Verbrauch von 2000 Watt pro Kopf bis 2050 zu ermöglichen.

Erst vor Kurzem wurde eine neue Energiebilanz für das Jahr 2014 erarbeitet. Die ersten, Ergebnisse erlauben bereits Rückschlüsse: Unter Berücksichtigung der aussergewöhnlichen Wetterbedingungen lag der Pro-Kopf-Verbrauch 2014 bei 5200 Watt. Dies entspricht einer Reduzierung des Verbrauchs um fast 7 % im Vergleich zu 2010.

In Biel ist der Pro-Kopf-Verbrauch an Primärenergie mit 4600 Watt bereits unter das für 2020 gesetzte Ziel gesunken. Die Zahlen sind derzeit nicht so präzise, dass sie bereits jetzt einen Rückschluss auf Tendenzen beim Wärmeverbrauch oder dem Verbrauch von Brennstoff (Fahrzeuge) zuliessen. Man könne jedoch feststellen, dass beim Verbrauch von Primärenergie zur Stromerzeugung bereits deutliche Fortschritte erzielt wurden, schreibt die Stadt Biel.

Dieser Erfolg bedeutet aber nicht, dass die Bieler dermassen sparsam geworden sind. Die Senkung ist grösstenteils auf die Bemühungen einer Mehrheit der Gemeinden zurückzuführen, die sich dafür entschieden haben, einen Energiemix aus 100 % erneuerbarer Energie bei den lokalen Verteilern als Standard einzuführen und diesen allen Kundinnen und Kunden anzubieten. Verbesserungsmassnahmen von Hauseigentümern und Unternehmen haben ebenfalls einen Teil beigetragen.

Das ist Primärenergie

Als Primärenergie bezeichnet man die Energie, die vor ihrer Umwandlung in den natürlichen Energiequellen zur Verfügung steht. Sie ist in dieser Form nicht unmittelbar nutzbar, kann aber in Sekundärenergie umgewandelt werden und ist dann leicht nutz- und übertragbar. In diesem Zustand spricht man dann von Endenergie.

Vor 10 Jahren lag der Primärenergiebedarf in der Schweiz bei über 6300 Watt pro Einwohner. Heute benötigen wir weniger als 5500 Watt. Dies zeigt die aktualisierte Primärenergiestatistik der Fachstelle der 2000-Watt-Gesellschaft. Die ersten zwanzig Prozent des Weges hin zu einer 2000-Watt-Gesellschaft sind also erreicht. Die ehemals als Vision formulierte Zielsetzung wird realistischer denn je. Bis zum Jahr 2050 soll der Bedarf pro Person in der Schweiz auf 3500 Watt sinken, in der zweiten Jahrhunderthälfte dann auf die angestrebten 2000 Watt. mt/bt
 

Kommentare

HagelHans

Absolut, die Zahl sieht aber aus Marketingsicht einfach viel besser aus. In der Schule würde man in einer Physikprobe einen Abzug erhalten, weil man das Resultat nicht in 1kWh "gekürzt" hat. Aber die Marketingabteilung hat ja in jeder Hinsicht in einer Firma den Papageien- Status im Nutztier-Zoo.


powerplay

Sollte das nicht kWh heißen? 1000 Watt = 1 kWh.


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