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„Krawattenzwang“

Üble Gerüche und Schimmelpilz

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Üble Gerüche und Schimmelpilz.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Die Wohnsituation: Eigentumswohnung, mittlerweile fast 20 Jahre alt, zeitgemässer Ausbau – aber halt nach all den Jahren auch nicht mehr topmodern. Viele Schweizerinnen und Schweizer wohnen ähnlich, die Angebote auf dem Wohnungsmarkt weisen in aller Regel einen hohen Standard auf.

Zwei Erfahrungen zeigen gar, dass wir eigentlich gar „zu gut“ wohnen, respektive dass der Faktor Mensch die Schwachstelle ist.

Üble Gerüche: Die Waschmaschine verbreitet nicht nur frühlingshafte Duftnoten und grosse Freude ob der blütenweissen Wäsche – so wie es uns in der Werbung suggeriert wird. Es riecht rund um die relativ neue Maschine unangenehm. Die Antwort des herbeigerufenen Fachspezialisten: Die Maschine ist zu gut, um sie in herkömmlicher Art zu bedienen. Sie ist derart sparsam, dass der Mensch sie in aller Regel mit zu viel Waschpulver „füttert“ und sie dann zu wenig Wasser einsetzt, um alles perfekt auszuspülen. Die Gerüche entstammten den Waschmittelrückständen, was bei sachgemässer Nutzung vermieden werden könne. Schwachstelle Mensch – dazugelernt.

Schimmelpilz: In einigen Ecken der Wohnung bilden sich regelmässig dunkle Stellen – die ach so unsorgfältige Bauweise oder gar ein Wasserschaden im Gemäuer müssen als vermutete Ursachen herhalten. Falsch, wie entsprechende Tests ergeben. Also auch hier: Stopp – Schuld ist „nur“ der Benutzer. Die Häuser und Wohnungen sind heute derart dicht, dass der Ausgleich mit Frischluft aktiv gefördert werden muss. Regelmässiges und richtiges Lüften ist die Reaktion, weil es nirgends mehr durch die Ritzen pfeift. Die dichten Türen und Fenster sind zu gut, um sie in herkömmlicher Art zu bedienen. Schwachstelle Mensch – dazugelernt.

Kennen Sie ähnliche Situationen – haben Sie andere Beispiele? Teilen Sie Ihre Wohnsorgen mit mir.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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