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„Krawattenzwang“

TV/Radio im Seeland – ein Riesengewinn

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: TV/Radio im Seeland – ein Riesengewinn.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Zwei Termine letzte Woche zeigten auf, dass die No-Billag-Initiative vor allem auch aus regionaler Sicht ein völliger Quatsch ist – und von uns allen insbesondere aus dieser Sicht beurteilt werden muss. Der Tritt ans Schienbein der SRG ist unsinnig, wenn gleichzeitig unsere Perlen Tele Bielingue und Radio Canal 3 zu verschwinden drohen.

Seit 1994 ist in Biel ein Regionalfernsehen ein Thema. Damals war es eine Gegenbewegung in Richtung Bern, nachdem Telebärn eine Konzession für Biel und das Seeland beantragt hatte. Die Medienunternehmer Marc Gassmann und Mario Cortesi taten sich zusammen und setzten an zur auch fernsehmässig eigenständigen Wahrung unserer regionalen Interessen. Erfolgreich, wie man bis heute sehen kann. Die 100. Sitzung des Verwaltungsrates vor wenigen Tagen ist ein Zwischenziel. Mögen noch viele Sitzungen, vor allem aber noch viele Sendungen folgen.

Wie wichtig, zentral und vor allem erfolgreich Radiowerbung ist, durften Interessierte im Rahmen des frühmorgendlichen Campus Gassmann erfahren. Das Medium Radio ist und bleibt für uns alle ein zentrales Begleitmedium und lässt sich auch von technischen Entwicklungen nicht verdrängen. Im Gegenteil: Auf dem Smartphone ist Radio mehr denn je immer präsent.

Überall wird rumerzählt, die aktuelle Initiative, über die wir am 4. März abstimmen – die mit dem unsäglichen und sogar falschen Namen "No Billag" –, sei gar nicht so schlimm, verkleinere einfach die ohnehin übergrosse SRG. Oder gar: die Initiative werden dann sowieso nicht umgesetzt wie vorgesehen. Aber hallo – wo ist unsere Demokratie? Initiativtexte sind zu lesen, zu beurteilen und gemäss Ergebnis nach der Abstimmung umzusetzen. Also: da braut sich etwas Gefährliches zusammen.

Und das wäre in diesem Fall dramatisch: Die SRG strampelt sich irgendwie zurecht, einige regionale Sender könnten dank ihrem wirtschaftlichen Umfeld überleben. Der Grossteil der 34 regionalen TV- und Radiostationen müsste aber dichtmachen. Und zwar bereits ab dem 1.1.2019. Wie es in Biel mit Tele Bielingue und Radio Canal 3 weitergehen würde? Abgespeckt, minimal oder gar nicht mehr.

Ich habe von einem Politexperten gelernt, dass eine Vorkampagne wichtig ist, weil Meinungen, die einmal gemacht sind – wenn auch auf unvollständigen Informationen –, eher schwierig zu beeinflussen oder umzustossen sind. Also, für mich ist schon heute klar: Nein zu No Billag am 4. März.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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