Sie sind hier

Tote Kälber wegen Impfung

Das Landwirteehepaar Garo aus Tschugg hat durch die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit finanziellen und emotionalen Schaden erlitten.

  • 1/4 Bilder: Olivier Gresset
  • 2/4 Bilder: Olivier Gresset
  • 3/4 Bilder: Olivier Gresset
  • 4/4 Bilder: Olivier Gresset
zurück
bjg. Eine kleine Schar von 50 Bäuerinnen und Bauern im Kanton Bern kämpft gegen den vom Bund auferlegten Impfzwang von Schafen und Kühen gegen die Blauzungenkrankheit. Zu ihnen gehörten Heidi und Beat Garo aus Mullen bei Tschugg. Die erste Impfkampagne des Bundes 2008 machten die Garos noch mit. Doch nachdem kurz nach den Impfungen Kühe ihre Kälber verfarfen und einige tot geboren wurden, weigerten sie sich 2009, die Impfung durchführen zu lassen. «Die Impffolgen empfinden wir auch emotional», schreibt das Ehepaar in einem Brief an den Kantonstierarzt, «wir plagen uns mit Selbstvorwürfen. Sind die Schäden Busse dafür, dass wir an unseren Tieren einen Eingriff in ihr natürliches Abwehrsystem zuliessen?» fragen sie sich.

Den materiellen Schaden durch die Impffolgen beziffern Garos mit rund 20000 Franken. Doch viel schlimmer als der finanzielle Verlust wiegt für sie: «Wir gerieten als Impfverweigerer- und Kritiker ins Visier der Behörden.» Sie prangern die «Kriminalisierung» von Landwirten an, die sich gegen den Impfzwang wehren und fordern mit ihren Mitstreitern, die Impfung für freiwillig zu erklären. Landwirte, die ihre Tiere nicht impfen lassen, müssen mit Bussen, Sperren und Haftstrafen rechnen.
Am Samstag veranstalteten die Verbände Bio Suisse, Bauernverstand, Bergheimat, Demeter, Uniterre und die Kleinbauernvereinigung in Olten eine Informationstagung. Landwirte aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Frankreich berichteten über ihre Erfahrungen mit der Blauzungenkrankheit.

Lesen Sie mehr im Bieler Tagblatt vom Montag, 7. September oder im E-Paper.
Stichwörter: Blauzungenkrankheit

Nachrichten zu Biel »