Rauchverbot: Cafés in Supermärkten trifft es hart
Die Wirte reagieren unterschiedlich auf das Rauchverbot. Bei Café-Bars in Einkaufszentren ist das Urteil aber klar: Sie mussten massive Umsatzeinbussen hinnehmen. Die erste Schliessung gibt’s in Biel.
Als im Juli im Kanton Bern das Rauchverbot in Kraft trat, war dies für die Café-Bar Segafredo Zanetti im Centre Bahnhof in Biel ein harter Schlag. «Wir hatten sofort eine Umsatzeinbusse von 70 Prozent, eine Katastrophe», erklärt Geschäftsführerin Maria Viamonte. Nach den Sommerferien habe sich die Situation zwar leicht verbessert, im Schnitt habe das Café seit dem Rauchverbot aber eine Umsatzeinbusse von 50 Prozent hinnehmen müssen. «Die Miete hier ist nicht günstig, deshalb müssen wir schliessen», so Viamonte. Gestern hatte die Café-Bar das letzte Mal geöffnet, ab heute wird alles abgebaut. Fünf Mitarbeiter verlieren ihre Stelle. Anfangs habe man noch gedacht, es werde wieder aufwärts gehen, sagt die Geschäftsführerin. Doch jetzt ist dem Café der Atem ausgegangen.
Ein Nachmieter für das Lokal ist bereits gefunden. Wie Peter Baumgartner, Leiter vom Centre Bahnhof, erklärt, eröffnet hier im Frühling ein Coiffeur-Geschäft. «Wir haben bei der Kundschaft eine Umfrage gemacht, was für ein weiteres Geschäft sie sich wünschen. Ein Coiffeur stand dabei an oberster Stelle», so Baumgartner. Im Coop-Restaurant habe das Rauchverbot übrigens zu keiner Umsatzeinbusse geführt, sagt der Leiter vom Centre Bahnhof und fügt an: «Wir haben das Glück, dass wir eine Terrasse haben. Denn wir haben festgestellt, dass Restaurants, wo es diese Möglichkeit nicht gibt, einen schwierigeren Stand haben.»
Welche anderen Café-Bars wegen dem Rauchverbot unter grossen Umsatzeinbussen leiden und welche das Rauchverbot begrüssen, lesen Sie im BT vom 15. Januar oder im E-Paper.