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Biel

Prozess: Zahntechniker muss 4,5 Jahre ins Gefängnis

Der Bieler Zahntechniker, der unsachgemäss Zahnarztarbeiten im Mund von Patienten ausführte, muss hinter Gitter. Das Regionalgericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 4,5 Jahren und ordnete Sicherheitshaft an.

Symbolbild: Keystone

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland sprach den 53-jährigen Mann am Donnerstag in mehreren Punkten für schuldig, darunter mehrfache schwere Körperverletzung, mehrfache einfache Körperverletzung und gewerbsmässiger Betrug. In einzelnen Punkten wurde der Mann freigesprochen.

Dennoch ging das Gericht mit seinem Strafmass von 54 Monaten über den Antrag der Staatsanwältin hinaus. Sie hatte in der vergangenen Woche eine Freiheitsstrafe von 44 Monaten gefordert. Der amtliche Verteidiger des Mannes hatte Freispruch beantragt, ausser in einem Nebenpunkt.

Der Zahntechniker und Dentalassistent nahm das Urteil im Bieler Amthaus äusserlich unbewegt entgegen. Im Prozess hatten Klägerinnen zum Teil unter Tränen von Schmerzen während und nach den Behandlungen berichtet. Eine Frau erzählte, sie habe sich nach einem Eingriff des Angeklagten 54 Mal nachbehandeln lassen müssen. sda
 

Kommentare

Observador

@Bienensis: Richter sind die schlimmsten Lügner und besonders korruptionsanfällig. Anwälte sind berufsmäßige Lügner. Besonders im rot verfilzten Biel. Hier kennt jeder jeden und die Urteile werden vorher im stillen Kämmerlein ausgehandelt.


Observador

Eine sehr hohe Strafe, die den Nicht Akademikern zu verstehen gibt, dass sich die herrschende Klasse (Akademiker Klasse) gegen jede Beschneidung ihrer Privilegien zu helfen weiss. Die Richter wollen nicht zulassen, dass ein handwerklich geschickter Mensch einen geschützten Beruf ausübt und beweist, dass der Zahnartzberuf, der ursprünglich vom Coiffeur ausgeübt wurde, jeder halbwegs geschickte besser machen kann als ein Bücherwurm. Ich habe nur positive Erfahrungen beim Zähneflicken durch den Dentaltechniker gemacht. Die Zahnärzte in der Schweiz sind Diebe und gehören in den Knast!


Biennensis

@zimi / @steph, die Meinungsfreiheit ist in unserer Bundesverfassung als Grundrecht verankert. Dennoch gibt es laufend Tendenzen, dieses hohe Gut einzuschränken. Meinungsfreiheit heisst aber gerade, dass auch unbequeme, vielleicht sogar ungeliebte Meinungen frei geäussert werden dürfen. @zimi, die Kunst zwischen Zeilen lesen zu können, versteht nicht jeder. @steph, zum BT-Thema (Ist es richtig, dass Biel mehr Verkehrsbussen ausstellen will? Beantworten und kommentieren Sie die Frage der Woche!) haben Sie als Anwalt (steph 5. Okt 2015, 23:11) wie folgt geäussert: „Deshalb fahre ich schon länger mit Radarwarner! Gut angelegtes Geld für diesen Service!“ Meine Frage an Sie: Wie soll ich Ihren Kommentar verstehen, haben Sie als gelernter Anwalt etwa besondere Rechte im Strassenverkehr? Kommt dazu, dass Sie zu meinem Erstaunen der erste Anwalt sind, der sein Fehlverhalten in der Öffentlichkeit erzählt. Dabei sind Radarwarner seit dem 1. Januar 2013 in der Schweiz (Bundesamt für Strassen ASTRA und Via sicura) verboten. Auch Radarwarn-Apps für das Smartphone dürfen in der Schweiz nicht angeboten werden. Gut zu wissen: Art. 98a1Warnungen vor Verkehrskontrollen: http://www.admin.ch/ch/d/sr/741_01/a98a.html ...und das sagt Ihnen kein Anwalt, sondern ein Normalsterblicher.


zimi

Interessant,wie sonst üblicherweise nur Austeilende lammfromm werden,wenn ihnen gelernte/studierte Juristen den Spiegel vorhalten!


Biennensis

Ich nehme Ihre Ausführungen mit Wohlwollen auf. Es ist kein Geheimnis, dass Anwälte anders schreiben als Normalsterbliche - Sie gehören natürlich auch dazu. Auch bin ich mir dessen bewusst, dass Juristen besonders sensible Wesen sind. Bitte vergessen Sie nicht: Anregungen für künftige Aufgaben sind zu jederzeit willkommen. Nun wünsche ich Ihnen bei hoffentlich schönem Wetter ein fröhliches Eier-Tütschen.


steph

schön haben Sie, biennensis, auch zu diesem Thema eine Meinung! Habe es Ihnen schon einmal geschrieben, in Ihrem Fall wäre etwas Zurückhaltung mehr! Abgesehen davon verstehen Sie nichts von Jurisprudenz, und das sagt Ihnen ein Anwalt!


Biennensis

Überraschung? Mitnichten! Das Gericht hat im aktuellen Fall die Chance verpasst, die Rechtslage weniger kleinkariert auszulegen. Denn folgt man nicht der Logik, sondern der des gesunden Menschenverstandes, ist das Urteil ein weiterer Schlag ins Gesicht der Opfer. " Am schlimmsten sind die Richter, die glauben, schon deshalb recht zu haben, weil sie Recht sprechen dürfen." (Robert Muthmann)


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