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Biel

Positive Bilanz für die Zwischennutzung Gurzelen

Seit Anfang 2017 wird das ehemalige Gurzelenstadion zwischengenutzt. Nach etwas mehr als einem Jahr kann eine erste positive Bilanz gezogen werden: das Wagnis hat sich gelohnt.

Bild: Carole Lauener

Im Sommer 2016 wurde der Fussballbetrieb auf der Gurzelen eingestellt. Da es mindestens bis Ende 2019 dauern wird, bis an dieser Stelle ein neues Quartier konkret Form annehmen wird, entschied der Gemeinderat im Herbst 2016, eine Zwischennutzung im ehemaligen Fussballstadion zu ermöglichen. Der neu gegründete Verein Terrain Gurzelen konnte mit seinem Konzept überzeugen und übernahm im Januar 2017 im Rahmen einer Gebrauchsleihe das Stadion inklusive Umschwung für drei Jahre mit dem Ziel, ein Zentrum zur Verwirklichung verschiedener Ideen im Bereich der Soziokultur aufzubauen. Mit verschiedenen Angeboten und Möglichkeiten werden Kinder, Familien, Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohner, Kunstschaffende und andere kreative Kräfte angesprochen, damit sie an diesem temporären Freiraum teilhaben können.

Sowohl für die Stadt Biel als auch für den Verein Terrain Gurzelen stellt diese Zwischennutzung eine neue Erfahrung dar. Ein solches Experiment ist für beide Seiten mit einigen Unbekannten verbunden, es braucht Raum für Entwicklung, Geduld, Vertrauen und immer wieder Kommunikation und Wertschätzung. Dieses Wagnis hat sich gelohnt, die Gurzelen wurde belebt statt «stillgelegt».

In der ersten Phase der Zwischennutzung haben zahlreiche verschiedene Projekte Form angenommen. In der ehemaligen Buvette entstand das «Buibui», welches in den Sommermonaten verschiedene Köstlichkeiten anbietet und zum Verweilen einlädt. In den Garderoben wurden Bandräume und ein Tonstudio eingerichtet, der «Choeur de Biu» singt regelmässig auf der Nordtribüne. Dort sorgte im letzten Sommer auch eine sehr beliebte selbst gebaute Wasserrutschbahn und ein kleines Openairkino für Unterhaltung. Ebenfalls auf der Tribüne werden Bienenköniginnen gezüchtet. In einer kleinen Baracke hat sich das «Mute Webradio» eingerichtet, ein von jungen Erwachsenen gemachtes Radioprogramm. Auf dem ehemaligen Trainingsgelände wurde die Kinderbaustelle aufgebaut, welche zwischen Frühling und Herbst dreimal wöchentlich von vielen kleinen Bauarbeiterinnen und Bauarbeitern besucht wird. Gleich daneben sorgen kleine und grosse Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner aus dem Quartier dafür, dass es überall spriesst und gedeiht. Und bald startet die Zucht von Spirulina, einem Experiment mit essbaren Algen im Becken.

Auch auf dem Hauptspielfeld wurde angepflanzt, zuerst Kartoffeln, dann Getreide. Nebenan wurden mithilfe eines erfolgreichen Crowdfundings frei zugängliche Rasentennisplätze erstellt. Der Gästesektor sorgt dafür, dass auch Nichtvereinsmitglieder den Raum nutzen und mit verschiedenen Veranstaltungen «bespielen» können. So fanden beispielsweise im letzten Jahr Fussballturniere, Yoga-Kurse und Buchlesungen statt. Und schon bald wird ein Projekt zur Gewinnung von Regenwasser mithilfe eines Silos realisiert. mt

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