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Sinfonieorchester

Mit Flashmob gegen Sparmassnahmen

Im Bieler Centre Bahnhof wurden die Einkaufenden heute mit einem Auftritt des Sinfonie Orchesters Biel/Solothurn überrascht. Mit dem Flashmob demonstriert das Orchester gegen die Sparmassnahmen des Gemeinderats.

Um Punkt 16.30 versammelte sich das Sinfonie Orchester im Centre Bahnhof in Biel. copyright: anne-camille vaucher/bieler tagblatt

Es ist Dienstagnachmittag, die Uhr zeigt 16.30 Uhr, als im Centre Bahnhof in Biel plötzlich eine Trommel zu hören ist. Gleichzeitig kommen die Musiker des Sinfonie Orchesters Biel/Solothurn mit ihren Instrumenten die Rolltreppe herab. Nach und nach versammeln sie sich vor dem Coop Restaurant und beginnen zu spielen. Mit "Bolero" von Maurice Ravel, einem lauten, impulsiven Lied, wollen sie ihre Nachricht überbringen. Die Passanten schauen überrascht auf, Alt und Jung versammelt sich im Kreis rund um den Dirigenten, der auf der Bank steht und konzentriert das Orchester anführt. Der laute Beifall zeigt, dass der Überraschungseffekt gelungen ist und das Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen und mit der Musik zu begeistern, erreicht ist.

"Sinn des Flashmobs ist es, die ganze Bieler Bevölkerung anzusprechen und nicht nur die obersten 10'000. Wir spielen für alle und wollen unsere Musik unter die Menschen bringen.", sagt Chefdirigent Kaspar Zehnder. Das Orchester habe eigentlich schon lange einen solchen Flashmob geplant, um mit ihrer Musik auf die Bieler zuzugehen. Die Sparmassnahmen des Gemeinderates hätten den Musikern den nötigen Kick dazu gegeben. Zehnder glaubt, mit der Aktion in den Köpfen der Menschen angekommen zu sein. Er hofft, dass das Orchester mit diesem Auftritt bei den Zuhörern einen guten Eindruck hinterlassen hat und dass sich die Bieler bewusst werden, dass Biel ein Orchester brauche. ani

 

Kommentare

Biennensis

"stockham" Danke für Deine direkte Antwort. Kurz gesagt könnte/dürfte man in etwa also fast sagen: "Genossen schonen Genossen"...


chrimel

@fuktus: Ich habe mir die Liste angeschaut. Ich sehe vor allem Private und Firmen, dazu ein paar Gemeinden welche hier Beiträge in uns unbekannter Höhe überwiesen haben. Es spricht nichts dagegen, wenn das Bieler Orchester ebenfalls Private und Firmen sucht, welche sie finanziell unterstützen. Auch wenn ich selber (wie wohl die meisten Bieler/Seeländer) noch nie ein Konzert des Orchesters besucht habe, finde ich schade wenn es verschwinden würde. Trotzdem: Der Stadt fehlt Geld. Die Linke würde gerne die Steuern so stark erhöhen, dass alle und alles subentioniert werden kann. Die Rechte möchte am liebsten alle Subventionen streichen. Den Vorschlag, die Steuern im gleichen Umfang zu erhöhen wie Einsparungen gemacht werden finde ich einen guten Kompromiss. Entweder man kürzt bei alles etwas und riskiert deren Ende, oder man selektiert und lässt einige zu gunsten von anderen über die Klinge springen.


stockam

" Biennensis " Wir haben über diese Schach Festival Subvention schon einmal geschrieben. Die Finanzministerin Frau Steidle wird ihren Parteipräsidenten und Turnier Organisator Stadtrat Peter Bohnenblust bestimmt nicht im stich lassen. Der Subventionsfilz wird weitergehen.


Biennensis

Lieber stockham und fuktus: Ich möchte die Festspiele mal kurz unterbrechen und eröffne das „Bieler-Steuer-Schachfestival“. Meine Frage an Euch: Ist es in Ordnung, dass ein einziger Stadtrat sein Schachfestival mit 175'000.- (Stand 2013) subventioniert?


stockam

Bravo " fuktus " du linker Anarchist. Jetzt solltest du noch etwas zu den Subventionen für das Berufs Sinfonie Orchster Biel schreiben.


stockam

Zuerst ein dankeschön an " muelhans42 " für die Erklärung des Ausdruck Flashmob. Wenn mein Grosskind nach Zurich oder Bern an ein Konzert von Tina Turner oder Polo Hofer fährt bezahlt sie das Zugbillet und den Eintritt.( Fr. 200.-) Das gleiche gilt für meine Frau und mich wenn wir an die Bregenzer Festspiele fahren. Nebst dem Eintritt und den Hotelkosten bezahlen wir für diesen Kulturanlass ( Fr. 480.- ) Diese Veranstalter und Sänger erhalten keine Subventionen aus Steuergelder obwohl das auch Kultur ist. Jetzt soll mir jemand erklären warum die arme Stadt Biel ein Subventioniertes Berufs Orchester braucht. Wenn die Eintritte nicht ausreichen müssen die Musiker nebenbei noch einer Arbeit nachgehen. So einfach ist das.


Bienna

Schon sehr egoistisch: Alle müssen sparen und ein paar wenige wollen einfach partout nichts davon wissen. Sollen denn die Steuern rauf, damit wir ein Berufsorchester unterhalten müssen?! Es wäre angebracht in den sauren Apfel zu beissen und endlich mitzuhelfen, die Stadt finanziell zu sanieren. Extrawürste sind nicht mehr gefragt!


dpabiel

beiträge der öffentliche Hand ermöglichen es eben jedem Bürger, der will, an Kulturanlässen teilzunehmen. Müssten die Besucher die Vollkosten bezahlen, könnten nur Superreiche teilnehmen, andersherum, die "abendländische Kultur" also Goethe und Bach und Beethoven könnten endgültig begraben werden. Es gäbe sie nicht mehr in öffentlichen Konzerten und Theateraufführungen. Mit der Logik, dass der Steuerzahler nur das bezahlen soll, was er selber beansprucht, müsste man auch die höheren Schulen und die Universitäten undnoc h vieles andere mehr privatisieren, dann hätten wie früher nur noch die Söhne und Töchter von Ärzten und Anwälten und reichen Unternehmern Zugang zum Gymnasium und zur Uni.


muelhans42

Alle wissen natürlich, was "Flashmob" bedeutet ... so jedenfalls scheint es, wenn man den BT-Artikel liest. Wer es doch nicht wissen sollte, hier eine Erklärung auf Wikipedia: Flashmob Der Begriff Flashmob (englisch: Flash mob; flash = Blitz; mob [von mobilis beweglich] = aufgewiegelte Volksmenge, Pöbel) bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer persönlich nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun. Flashmobs gelten als spezielle Ausprägungsformen der virtuellen Gesellschaft (virtual community, Online-Community), die neue Medien wie Mobiltelefone und Internet benutzt, um kollektive direkte Aktionen zu organisieren.


stockam

Wer das Orchester hören will soll dafür auch bezahlen. Es darf doch nicht sein, dass der einfache Arbeiter über die Steuern dieses Vergnügen finanzieren muss.


Biennensis

Service-Public oder Self-Service? Die Institutionen sind des Bieler Stadtrats liebstes Kind. Gut die Hälfte der Bieler Stadträte engagiert sich bei „einer“ Institution, die städtische Subventionen bezieht. Im Gegenzug wird beim Personal der Stadt Biel seit Jahren eingespart und abgebaut!


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