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Umfrage

Leserinnen und Leser sind eher gegen die Initiative

In Zusammenarbeit mit der Universität Zürich haben wir vor kurzem eine Umfrage zur No-Billag-Initiative durchgeführt. Hier sind die interessanten Ergebnisse.

Symbolbild: Keystone

Die Ergebnisse der No-Billag-Umfrage entsprechen den Antworten der Leserinnen und Leser des Bieler Tagblatts und des Journal du Jura. An der Umfrage vom 26. Dezember 2017 bis 7. Januar 2018 nahmen insgesamt 527 Leserinnen und Leser teil.

Die Ergebnisse dieser Umfrage stellen keine repräsentative Stichprobe der Schweizer Bevölkerung oder der Leserinnen und Leser der beiden betroffenen Tageszeitungen dar. Diese Daten erlauben jedoch interessante Analysen, um zu sehen, welche Gruppen von Bürgern der Initiative gegenüber positiver oder negativer eingestellt sind.

Die Analysen zeigen, dass die Leserinnen und Leser des Bieler Tagblatts und des Journal du Jura im Vergleich zu anderen Umfragen generell eher gegen die Initiative sind. Die Analysen heben die erwarteten Ergebnisse hinsichtlich der Wirkung soziodemografischer Variablen auf die Abstimmungsabsicht hervor.

Es gibt auch eine ausgeprägte Links-Rechts-Spaltung und einen Elite-Basis-Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern der Regierung. Die Daten zeigen jedoch auch, dass die Ablehnung oder Unterstützung der FDP (noch) nicht entscheidend für die Unterstützung der Initiative ist. Dies könnte bedeuten, dass die Rolle der FDP in der No-Billag-Kampagne entscheidend für das Endergebnis der Abstimmung sein könnte. Die folgenden Analysen wurden von Oliver Strijbis und Maxime Walder von der Universität Zürich durchgeführt.


Auf dieser ersten Grafik sehen wir, dass der Anteil der Leserinnen und Leser des Bieler Tagblatts und des Journal of Jura, welche die Initiative unterstützen, etwas höher ist als 40% der Befragten. Etwas weniger als 60% der Leserinnen und Leser sind gegen die No-Billag-Initiative.

Das Geschlecht des Befragten scheint sich auf die Wahlentscheidung auszuwirken. In der Tat scheinen die Männer eher geneigt zu sein, die Initiative zu akzeptieren, während die Frauen sie eher ablehnen.

Es gibt wenige Unterschiede in den Abstimmungsabsichten zwischen verschiedenen Altersgruppen. In der Altersgruppe der 26- bis 39-Jährigen beobachten wir jedoch, dass mehr von ihnen die Initiative ablehnen als akzeptieren, was bei den anderen Kategorien nicht der Fall ist. Dies kann vielleicht damit erklärt werden, dass diese Altersgruppe eher die Kosten dieser Belastung übernimmt als die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen und gleichzeitig die Jüngeren mit den Kosten unzufriedener sind als die Älteren.

Je mehr Vertrauen die Befragten in die Regierung haben, desto mehr sind sie gegen die Initiative. Die Personen in der Mittelkategorie sind etwas eher geneigt die Initiative zu befürworten.

Die Grafik zeigt, dass die Personen welche sich weniger für Politik interessieren eher beabsichtigen Ja zu stimmen.

Wie in der Einleitung oben erwähnt, zeigt die Grafik, dass die Unterstützung oder Ablehnung der FDP die Stimmabsichten für oder gegen die Initiative nicht erklärt. Im Gegenteil, man kann beobachten, dass Leserinnen und Leser, die sich weder als Unterstützer oder Gegner der Partei sehen, eine positivere Einstellung gegenüber der Initiative haben als die anderen.

Dies passt nicht zum Abstimmungsverhalten der FDP-Parlamentarier, bei der 26 Parlamentarier gegen die Initiative stimmten, 9 sich der Stimme enthielten und nur ein Parlamentarier für die Initiative stimmte. Diese Ergebnisse implizieren, dass die Position der FDP während der Kampagne für das Abstimmungsergebnis entscheidend werden könnte.

Sollte sich die FDP im Abstimmungskampf klar gegen die Initiative positionieren und in den Abstimmungskampf investieren, könnte sie das Nein-Lager stärken und für eine Nein-Mehrheit entscheidend sein.

Die Links-Rechts-Positionierung der Befragten zeigt, dass die Leserinnen und Leser, die sich mit der rechten Seite des politischen Spektrums identifizieren, die Initiative eher unterstützen als die anderen Befragten. Auf der anderen Seite ist es klar, dass die Leute, die sich links positionieren eher gegen die Initiative sind.

Schliesslich können wir beobachten, dass die Identifikation als Unterstützer oder Gegner der übrigen Parteien der erwarteten Logik entspricht. In der Tat können wir sehen, dass die Identifikation als Unterstützer der SVP die positiven Absichten gegenüber der Initiative erhöht, während die umgekehrten Effekte für die SP und die Grünen auftreten.

Die Unterstützung für die CVP folgt derselben Logik wie die der Grünen und der SP, auch wenn die Unterschiede zwischen den Kategorien weniger ausgeprägt sind.

Es folgt auch der Logik der Entscheide im Parlament, in welchem SP, CVP und Grüne die Initiative ablehnten, während die SVP die Partei ist, die am meisten für die Initiative stimmte. Obwohl sich die SVP mit 32 Stimmen für die Initiative aussprach, enthielten sich 29 ihrer Parlamentarier der Stimme und 9 stimmten sogar gegen die Initiative. Basierend auf diesen Ergebnissen hätte man bei den Befragten einen weniger klaren Zusammenhang zwischen der Unterstützung der SVP und der No-Billag-Initiative erwarten können. mt
 

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