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„Krawattenzwang“

Kreativverblödet

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Kreativverblödet.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Kreativität ist etwas Wunderbares, zuweilen auch etwas Schwieriges. Kreative Menschen oder kreative Projekte faszinieren, sind andererseits nicht immer ganz einfach zu (er)fassen. Lassen wir uns einen Augenblick auf die Kreativität ein, schon nur, um zu lernen, wie die Definition lautet: „Kreativität ist die Fähigkeit, etwas zu erschaffen, was neu oder originell und dabei nützlich und brauchbar ist.“

Diese Definition zeigt die Schwierigkeit auf: Neu und originell. Das ist zum einem klar messbar (was gibt es noch nicht?), zum andern sehr individuell. Was der eine als originell empfindet, spricht den andern gar nicht an. Also schwierig, also diffus. Auch nützlich und brauchbar sind zwei Begriffe, die recht dehnbar daherkommen. Es ist also verständlich, wenn nicht alle mit Kreativität etwas anzufangen wissen.

Und da kommt hinzu, was auf dem Weg, einen Begriff komplett einordnen zu können, oft hilft: das gegenteilige Wort sorgt für Klarheit. Aber bei Kreativität? Eine Diskussion im kleinen Kreis ergab, dass es dazu ganz unterschiedliche Vorstellungen und Möglichkeiten gibt: unkreativ, ideen- und fantasielos, strukturiert oder langweilig wurden genannt.

Google hilft – auch hier. Verschiedene Webseiten mit den Gegenteil-Erklärungen machen Vorschläge. Wie wärs zum Beispiel mit: kreativlos, unfähig, einfach, simpel, lethargisch, lustlos, stumpfsinnig, einfallslos, Zerstörung, mechanisch, zerstört?

Sie geben mir recht: Das hilft nicht wirklich alles. Bei einigen Worten ist das Gegenteil von Kreativität schon recht weit hergeholt. Und deshalb noch einmal die Frage in die Runde nach einem „guten“ Ausdruck für das Gegenteil von kreativ: kreativverblödet. Bingo, gefällt mir!

Ihre Vorschläge?


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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