Daraufhin rennt Ursula Zurbuchen über die Strasse, Blut rinnt von der Kopfwunde über ihr Gesicht, Passanten starren sie erschrocken an. Auf dem Weg nach Hause verfolgen sie die Krähen. «Im Abstand von etwa drei Metern sind sie mir nachgeflogen», sagt sie, «eine vorne, eine hinten». Erst nach etwa fünfzig Metern hätten die Vögel von ihr abgelassen.
Sie habe lange über die unheimliche Attacke nachgedacht, sagt Ursula Zurbuchen. Ihre Vermutung: «Ich glaube, das waren zwei Elterntiere mit einem Nest Jungvögeln in der Nähe.» Eines der Jungen, so denkt Zurbuchen, könnte aus dem Nest gefallen sein. «Wahrscheinlich sass es irgendwo im Gebüsch, ich bin ihm zu nahe gekommen und die Eltern wollten es verteidigen».
Blosse Vermutungen
Keiner der befragten Experten hat je davon gehört, dass Krähen Menschen attackieren. Sie sehen in dem Vorfall keinen Grund, in Panik auszubrechen. Für Peter Schlup, Wildtierexperte beim Schweizer Tierschutz, klingt Zurbuchens Vermutung zutreffend: «Ich könnte mir vorstellen, dass Krähen einen Scheinangriff starten, um ihre Jungen zu verteidigen.» Die Tätlichkeit kann er sich aber nicht erklären. Möglicherweise sei der Hund der Grund, so Schlup. Doch auch diese Theorie sei blosse Vermutung. «Viele Wildtiere nehmen Hunde als Feinde wahr.»
Vollständiger Bericht im BT vom 27. Mai
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