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Krähe attackiert Passantin

Bei einem Spaziergang an der Schüss in Biel griffen zwei Krähen eine Frau an. Eine hackte ihr mit dem Schnabel eine Wunde in den Kopf. Für Experten ist dieses Verhalten bei Krähen neu.

Am Mittwoch letzter Woche spaziert Ursula Zurbuchen wie immer mit ihrem Hund in der Nähe der Omega der Schüss entlang. Auf einmal hört sie Krähen zetern. Das Gezeter wird lauter. Ursula Zurbuchen bemerkt zwei Krähen in ihrer Nähe. Plötzlich schwirrt einer der schwarzen Vögel um ihren Kopf herum. Erst in weiten, dann immer engeren Kreisen. Ursula Zurbuchen wird unheimlich zumute. Sicherheitshalber will sie ihren Hund anleinen. «Da prallte eine der Krähen voll an meinen Hinterkopf», sagt sie, «und gleichzeitig habe ich gespürt, wie sie mich oben auf den Kopf gepickt hat».
Daraufhin rennt Ursula Zurbuchen über die Strasse, Blut rinnt von der Kopfwunde über ihr Gesicht, Passanten starren sie erschrocken an. Auf dem Weg nach Hause verfolgen sie die Krähen. «Im Abstand von etwa drei Metern sind sie mir nachgeflogen», sagt sie, «eine vorne, eine hinten». Erst nach etwa fünfzig Metern hätten die Vögel von ihr abgelassen.
Sie habe lange über die unheimliche Attacke nachgedacht, sagt Ursula Zurbuchen. Ihre Vermutung: «Ich glaube, das waren zwei Elterntiere mit einem Nest Jungvögeln in der Nähe.» Eines der Jungen, so denkt Zurbuchen, könnte aus dem Nest gefallen sein. «Wahrscheinlich sass es irgendwo im Gebüsch, ich bin ihm zu nahe gekommen und die Eltern wollten es verteidigen».
Blosse Vermutungen
Keiner der befragten Experten hat je davon gehört, dass Krähen Menschen attackieren. Sie sehen in dem Vorfall keinen Grund, in Panik auszubrechen. Für Peter Schlup, Wildtierexperte beim Schweizer Tierschutz, klingt Zurbuchens Vermutung zutreffend: «Ich könnte mir vorstellen, dass Krähen einen Scheinangriff starten, um ihre Jungen zu verteidigen.» Die Tätlichkeit kann er sich aber nicht erklären. Möglicherweise sei der Hund der Grund, so Schlup. Doch auch diese Theorie sei blosse Vermutung. «Viele Wildtiere nehmen Hunde als Feinde wahr.»

Vollständiger Bericht im BT vom 27. Mai
Stichwörter: Wildgewordene Krähen

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