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„Krawattenzwang“

Kein Crash wegen Überhöhe

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Kein Crash wegen Überhöhe.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Vor zwei Wochen habe ich an dieser Stelle die persönliche Premiere einer Ferienfahrt in den Süden im Wohnmobil angekündigt. Nun liegt das Abenteuer bereits hinter uns. Wer einen kleinen Einblick in diese neue Erfahrung gewinnen will, lese weiter. Die andern vertröste ich auf den nächsten Text in einer Woche zu einem andern Thema.

Das Reiseziel im in Biel gemieteten Wohnmobil lautete Sardinien. Alles in allem: ein tolles (neues) Erlebnis mit Wiederholungswert. Die vierrädrige Kleinwohnung ist für zwei Personen dermassen praktisch eingerichtet, dass es sich toll leben lässt. Der Platzmangel wird durch den Aussenbereich unter der Sonnen- oder notfalls auch mal Regenstore ideal kompensiert. Schon das Packen ist eine Freude: Anstatt Koffer, Taschen oder Rucksäcke zu füllen, transportiert man die Reiseutensilien inklusive dem eigenen Duvet und Kissen rasch mal über die Strasse an Bord. Das eigene Bett ist somit immer dabei.

Fahrtechnisch bietet das etwas grössere Fahrzeug keine Probleme – bereits nach wenigen Minuten lässt sich der eigene kleine „Ferien-Lastwagen“ sehr gut manövrieren. Und von wegen Überhöhe: Bevor in der Fähre ein Crash mit einer etwas tiefer hängenden Decke Tatsache wird, wird der fehlerhafte Fahrer von lauten Zurufen aufgeschreckt. Auch diesen Fehler haben wir also nicht gemacht…

Die gewählten Campingplätze auf Sardinien sind modern und gut eingerichtet – noch fehlten der Mut respektive die Lust zum freien Campieren. Die Nähe der Steckdose und der festen Toiletten hielt uns in der Zivilisation. Eine bewährte Taktik, konnten so die Sommertage doch in vollen Zügen und unbeschwert genossen werden.

Eigenkritik ist in erster Linie an der gelegentlich nicht optimalen Routenwahl anzubringen. Das moderne Navi verleitet zu sehr, Hirn und Logik auszuschalten: Das Gerät sucht konsequent die kürzeste Route – nicht immer ideal für das doch etwas grössere Wohnmobil. Anstatt rund um Mailand den kurzen Stau auf der Autobahn zu erdulden, führt die nette Stimme im Navi quer durch die Stadt. Mitten in den italienischen PW ein Erlebnis für sich…

Die Bilanz: Zu empfehlen, zu erleben. Nicht, dass ich nun zum konsequenten Nur-noch-Camper werde. Aber als Alternative ist diese Art Ferienfahrt jederzeit wieder zu prüfen.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

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