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Biel

Kanton und Projektgesellschaft treffen Archäologie-Vereinbarung

Mit einer schriftlichen Vereinbarung zwischen dem Kanton Bern, den Städten Biel und Nidau sowie dem Investor Mobimo sind jetzt alle Fragen rund um die geplanten archäologischen Ausgrabungen geregelt. Für Nidau und Biel bedeutet dies Planungssicherheit in Bezug auf die Kosten.

Agglolac Gelände, Bild: Matthias Käser/a
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Bereits seit längerem ist bekannt, dass in der Nidauer Seezone archäologische Kulturschichten vorhanden sind. Die in der Projektgesellschaft AGGLOlac zusammengeschlossenen Partner Nidau, Biel und Mobimo AG haben in ihrem Projekt einer Stadterweiterung am See dem Thema Archäologie deshalb frühzeitig die nötige Beachtung geschenkt und eng mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern zusammengearbeitet. Dieser gewann anlässlich von Sondierungsgrabungen 2011 neue Erkenntnisse. Die Projektgesellschaft plante das neue Quartier und die öffentlichen Infrastrukturen in der Folge so, dass die Fundschichten weitgehend geschont und teure Ausgrabungen auf ein Minimum beschränkt werden können. Im September 2016 genehmigte der Grosse Rat schliesslich den erforderlichen Netto-Rahmenkredit für die Ausgrabungen.


Garantiertes Kostendach
Kürzlich haben Vertreter des Kantons und der Projektgesellschaft AGGLOlac nun eine schriftliche Vereinbarung getroffen, welche die Einzelheiten rund um die geplanten Ausgrabungen regelt. Nidau und Biel werden sich mit 12,5 Millionen Franken an den Kosten beteiligen, gleichviel steuert der Kanton bei. Zusammen mit dem voraussichtlichen Beitrag des Bundes von 3 Millionen Franken stehen somit 28 Millionen Franken zur Verfügung. «Damit entsteht für die beiden Städte Planungssicherheit», sagte die Nidauer Stadtpräsidentin Sandra Hess am Mittwoch anlässlich einer Medienkonferenz auf dem AGGLOlac-Gelände. «In der Volksabstimmung über den AGGLOlac-Infrastrukturkredit werden wir garantieren können, dass unsere Kosten an die archäologischen Ausgrabungen 12,5 Millionen Franken nicht überschreiten werden.»


Hohe Erwartungen der Archäologen
Hans Ulrich Glarner, Vorsteher des Amts für Kultur des Kantons Bern, äusserte sich erfreut über die gute Zusammenarbeit zwischen den Städten, Mobimo und dem Kanton. Die gefundene Lösung sei zustande gekommen, weil alle Beteiligten bereit waren, von Maximalforderungen abzusehen und einen Schritt aufeinander zuzugehen.

Aus wissenschaftlicher Sicht seien die Erwartungen an die Ausgrabungen in der Nidauer Seezone hoch, sagte Regine Stapfer, Leiterin Prähistorische und Unterwasserarchäologie des Archäologischen Dienstes. Die hier liegenden Relikte vorgeschichtlicher Seeufersiedlungen reichen mindestens bis 4300 v. Chr. zurück und sind von nationaler Bedeutung. Der Archäologische Dienst wird jeweils im Vorfeld der vier vorgesehenen Bauetappen ausschliesslich jene Schichten untersuchen, die durch die spätere Bautätigkeit beschädigt oder zerstört werden.

Nur etwa die Hälfte der 28 Millionen Franken stehen dabei für die Grabungsarbeiten zur Verfügung, die andere Hälfte ist für die Konservierung der Funde und ihre wissenschaftliche Aufarbeitung und Dokumentation vorgesehen.


Pendenzenliste wird kürzer
Anlässlich der Medienkonferenz orientierte die Projektgesellschaft AGGLOlac auch über weitere Aufgaben, welche die Planer und Projektentwickler beschäftigen. Die Pendenzenliste konnte seit letztem Herbst systematisch abgearbeitet werden. So wurde das Projekt AGGLOlac vom Verein Energiestadt als «2000-Watt-Areal» zertifiziert und damit der Nachweis erbracht, dass die Nachhaltigkeitsziele in der Planung von AGGLOlac einen hohen Stellenwert haben. Noch in Arbeit sei ein politisch breit abgestütztes Finanzierungsmodell, mit dem die beiden Städte die Aufwertung der öffentlichen Uferzone ohne Abstriche realisieren könnten, sagte der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr. Nach intensiven Abklärungen über die Auswirkungen einer baurechtweisen Abtretung von Bauland an den Investor werde man der Bevölkerung voraussichtlich noch in diesem Herbst eine realisierbare Variante präsentieren, stellte Fehr in Aussicht. mt

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