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„Krawattenzwang“

Im Plauderschritt zum Kontrollschluss

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Im Plauderschritt zum Kontrollschluss.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Am 13. Juni 2017 habe ich im Zusammenhang mit der Jubiläumsveranstaltung der Bieler Lauftage an dieser Stelle versprochen: „Wenn nichts Aussgewöhnliches dazwischen kommt, bin ich 2018 am Start zum Nacht-Halbmarathon von Biel nach Aarberg.“ Gesagt, getan: Der „sture Gring“ liess es nicht zu, von der Idee wegzukommen – oder gar aufzugeben. Auch wenn im Vorfeld die nötigen Trainingskilometer nicht im erforderlichen Mass abgespult wurden.

Also war ich in der Nacht vom Freitag auf Samstag zuhinterst weitgehend allein unterwegs in Richtung Aarberg. Die Zeit spielte keine Rolle, ankommen war das Ziel. Und wie gesagt, bald einmal waren die „richtigen“ Läuferinnen und Läufer weg. Und ich kämpfte mich allein durch den stellenweise sehr starken Regen. Als Brillenträger nicht gerade einfach und oftmals im wahrsten Sinne des Wortes ein Blindflug.

Der persönliche Fahrplan stimmte bis Jens ganz gut und auch die Kräfte reichten noch aus. Ausgangs Jens traf ich dann auf Günther – und der 77-Jährige sollte mein Begleiter bis Aarberg bleiben. Mit dem Zug ab 7 Uhr in der Frühe aus Hannover angereist, waren seine Schritt nach 15 Kilometern noch etwas schwerer als meine und er war ohne Licht der kompletten Dunkelheit völlig ausgesetzt. Ich half gerne mit meiner Taschenlampe aus.

Also: Gemeinsamer Fussmarsch ohne Eile mit sehr vielen Geprächsthemen bis nach Aarberg. Später kam auch noch Gerhard dazu und zu dritt war‘s dann mehr ein Spaziergang als ein Rennen gegen die Zeit.

Und diese Zeit sollte uns dann (fast) zum Verhängnis werden. Mit besorgtem Blick auf die Uhr stellte ich nämlich eingangs Aarberg fest, dass der Kontrollschluss um 01.30 Uhr (drei Stunden Laufzeit) kaum mehr erreicht wird. Als uns dann noch die Begleitung entgegenkam, weil die Warterei im schon fast aufgeräumten Stedtli mühsam wurde, war klar, dass wir uns verbummelt und verschwatzt hatten. Dafür kannte ich nun sehr viele Details aus dem Leben von Günther. Ich habe heute grosse Achtung vor diesem fitten Senioren – wie im Übrigen vor allen Biel-Finishern, egal über welche Distanz.

3:01,54 stand dann schliesslich bei der Schlusspassage der Ziellinie auf der Uhr. Der Fotograf setzte sich extra noch einmal hin und zur Freude des Schlusstrios überreichte uns der Aarberger „Laufpapst“ Hans Pfäffli persönlich eine Medaille. Vielen Dank im Namen des Trios, das den Kontrollschluss knapp verpasste und dennoch rangiert wurde. Auch der Schluck Wasser vom Brunnen (der Verpflegungsstand war abgebaut) war wunderbar. Also: 401. Platz – Letzter, aber zufrieden und glücklich. So, dass bereits der Sutzer Abendlauf vom 20. Juni als nächste sportliche Aktivität geplant ist. Auch für Sie? www.sutzer-abendlauf.ch


brentsch@bielertagblatt.ch
Twitter: @BernhardRentsch

 

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