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Biel

Gurzelen: Ein ganz neues Quartier soll entstehen

Das Entwicklungskonzept des Bereiches Gurzelen sieht den Bau eines ganz neuen Quartiers zwischen dem jetzigen Gurzelenplatz und den Fussballplätzen des Stadions Gurzelen vor.

Städtebauliches Konzept, das als Grundlage für die laufenden Planungen im Bereich «Gurzelen» dient. Bild: zvg

Um dort eine hohe Lebensqualität zu gewährleisten, müssen die baurechtlichen Grundlagen für die künftigen Gebäude und öffentlichen Räume unter Berücksichtigung der Ergebnisse des im Jahr 2014 durchgeführten städtebaulichen Wettbewerbs überarbeitet werden, heisst es in der Medienmitteilung der Stadt Biel. Die Bevölkerung und alle Interessierten sind aufgefordert, sich bis am 20. Januar 2016 im Rahmen eines Mitwirkungsverfahrens zu äussern. Ab dem 5. Januar besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Ausstellung im 1. Stock der Haupttribüne des Stadions Gurzelen genauer über die Pläne des neuen Quartiers zu informieren. In diesem Zusammenhang ist darüber hinaus am 13. Januar 2016 um 18:00 Uhr auch ein öffentlicher Informationsabend geplant.

Das Quartier Gurzelen wird derzeit grundlegend umgestaltet. So entsteht z. B. der öffentliche Park "Schüssinsel", die Wohnüberbauung "Jardin du Paradis" und das Repräsentationsgebäude der Swatch. Darüber hinaus wird die Produktionsstätte der Omega erweitert. Aber die Weiterentwicklung hört damit noch nicht auf. Der Neubau des Fussballstadions und der Trainingfelder bei der Tissot Arena setzt Flächen in einer ausgesprochen guten Lage frei, die über ein ausserordentlich hohes Entwicklungspotenzial innerhalb der Stadt verfügen, heisst es in der Medienmitteilung.

Ein Pavillon mit einer Aula

Auf diesen künftig verfügbaren Flächen können innerhalb des nächsten Jahrzehnts neue Gebäude zur Mischnutzung - bei vorherrschender Wohnbebauung - errichtet werden. Diese sollten sich über den Standort des Stadions Gurzelen hinaus auf das angrenzende Trainingsgelände und den jetzigen Gurzelenplatz erstrecken. Das Entwicklungskonzept für diesen Bereich entstand auf der Grundlage eines 2014 durchgeführten städtebaulichen Wettbewerbs und sieht unter anderem vor der Überbauung des ehemaligen Stadions einen grosszügigen öffentlichen Platz vor. Ein Pavillon mit einer Aula - die nicht nur von der Schule, sondern auch von der Öffentlichkeit genutzt werden kann - und ein kleiner Restaurationsbetrieb sowie die angrenzenden Erdgeschossnutzungen sollen dazu beitragen, dass dieser Raum lebendig wird. Die Strassen in diesem Entwicklungsperimeter, die grösstenteils bereits existieren, müssen an die neuen Randbedingungen angepasst werden. Gleichzeitig wird die Schulanlage Champagne vergrössert, um dem wachsenden Bedarf an schulischen Infrastrukturen gerecht zu werden. Die ersten Bauten könnten etwa 2020 erstellt werden.

Die Umsetzung dieses städtebaulichen Konzepts setzt die vorherige Änderung der baurechtlichen Grundlagen der Stadt Biel voraus. Diese Änderung ist derzeit Gegenstand eines öffentlichen Informations- und Mitwirkungsverfahrens, in dessen Rahmen die Bevölkerung zur Stellungnahme aufgefordert ist.

Die Planung im Detail

Die Änderung der baurechtlichen Grundlagen im Perimeter des ehemaligen Stadions und des daran angrenzenden Trainingsgeländes soll die Realisierung einer dichten und qualitätsvollen Überbauung im Rahmen einer Strategie für nachhaltige Entwicklung ermöglichen. Um die architektonische und städtebauliche Qualität dieser neuen Bauten zu gewährleisten, wird ein Architekturwettbewerb unter Berücksichtigung eines Ausnützungsbonus durchgeführt. Vor dem neuen Quartier wird ein grosszügiger öffentlicher Platz geschaffen. Ein 6-geschossiges Gebäude, das sowohl eine Scharnierstelle als auch eine Abgrenzung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Bereich darstellt, bildet eine klare Front gegenüber dem Platz. Im verbleibenden Perimeter wird die Höhe der künftigen Gebäude auf fünf Geschosse (+ Attika) begrenzt, heisst es weiter.

Der jetzige Gurzelenplatz wird in zwei bebaubare Inseln unterteilt, welche durch die Verlängerung der Blumenstrasse voneinander getrennt sind. Das Entwicklungskonzept für diesen Bereich knüpft an die bereits bestehenden Strukturen nördlich der Dufourstrasse an und greift diese auf. Zwischen der Dufourstrasse und der Blumenstrasse werden die Gebäude daher um einen Innenhof gestaltet, wohingegen im nördlicheren Bereich der Blumenstrasse eine Gebäudereihe mit Gärten angedacht ist. Die Erweiterung der Schulanlage Champagne ist nur in dem an das bestehende Schulgebäude angrenzenden Sportbereich möglich, auf dem sich derzeit die Rundbahn und ein kleines Trainingsfeld befinden. Daher wird die Verlegung der Leichtathletik-Infrastrukturen an einen anderen Standort erforderlich.

Information und Mitwirkung

Das Informations- und Mitwirkungsverfahren zur Änderung der baurechtlichen Grundlagen im Bereich "Gurzelen" wird vom 2. Dezember 2015 bis 20. Januar 2016 durchgeführt. Dadurch wird allen, die dies wünschen, die Möglichkeit gegeben, sich schriftlich zu den laufenden Planungen zu äussern. Die Pläne und Reglemente, die Gegenstand des Verfahrens sind, können vom 2. bis 23. Dezember 2015 und vom 4. bis 20. Januar 2016 in der Abteilung Stadtplanung der Stadt Biel, Zentralstrasse 49, 5. Stock, eingesehen werden.
Vom 5. bis 20. Januar 2016 besteht darüber hinaus im Rahmen einer zusätzlichen Ausstellung die Möglichkeit, die Ergebnisse des 2014 durchgeführten Wettbewerbs einzusehen und sich über die im Vorfeld der Änderung der baurechtlichen Grundlagen angestellten Überlegungen zu informieren. Die Ausstellung im 1. Stock des Stadions Gurzelen, Champagneallee 2, Biel, ist für die Öffentlichkeit an Wochentagen von 16:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Am 13. Januar 2016 findet in den Räumlichkeiten der Ausstellung um 18:00 Uhr ein öffentlicher Informationsabend statt.

Stichwörter: Gurzelen, Quartier, Stadt, Biel, Bauen, Wohnen

Kommentare

Observador

Da rührt die Stadt wieder mal mit der ganz grossen Kelle an! Schulhäuser in der Champagne vergrößern und dann kein Geld mehr für das Allernötigste haben! Das Dufourschulhaus zerfällt, dem alten Wirtschaftsgymnasium geht es nicht besser und nicht einmal öffentliche Toiletten kann man sich leisten. Viele Strassen gleichen einem Quilt, die öffentliche Beleuchtung ist an vielen Stellen mangelhaft und am See inexiszent, weil angeblich zu teuer. Und nein, wir wollen nicht alle in Péry wohnen, weil schon wieder Bonzenwohnungen erstellt werden.


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