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Glänzend im Grossen, halbbatzig im Detail

Mehr Raum und Licht bringt der neue 30 Millionen Franken teure Bieler Bahnhof mit sich. Aber auch eine Menge beim Umbau begangene Unsorgfältigkeiten.

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(js) Nach 28 Monaten Umbauzeit wird heute der nun komplett renovierte Bieler Bahnhof offiziell vor geladenen Gästen eingeweiht. Den selbst  vorgegebenen Zeitplan hat die SBB als Bauherrin damit eingehalten. Augenscheinlich wurde es aber knapp. Noch gestern schraubten, bohrten, scheuerten und wischten Arbeiter verschiedenster Firmen auf Hochtouren. Letzte Lichter wurden montiert, an den Säulen neben dem Haupteingang Taubendreck weggeschrubbt und mit starkem Putzmittel Kaugummi vom Boden gelöst. Zwei Handwerker verkleideten die Selecta- und Fotoautomaten in der neuen Passage zwischen den Geleisen und dem Hauptgebäude. «Damit kein Abfall dahinter geworfen wird», wie Hans Nyffenegger erklärte. Nur: Wohin denn mit dem Abfall? Kübel sind weit und breit keine zu sehen. Nyffenegger sagt: «Sie müssen unbedingt noch zwei, drei platzieren.» Auf Anfrage war von der Medienstelle der SBB gestern zu erfahren: «Die Abfalleimer wurden mittlerweile montiert.» Ein Augenschein belegte: Tatsächlich, aber nur je einer bei den Eingängen.

Tropfen einfach umgeleitet
Ebenfalls in die Kategorie «unvollständige Lösung» fällt die Sache mit der wasserdurchlässigen Decke in der Unterführung. Seit Jahren tropft es dort nach Regengüssen ergiebig von den Stahlträgern. Letzten Sommer wurde im Zuge von Renovationsarbeiten ein erster Pfusch begangen, als  kurzerhand einfach mit grüner Farbe drübergemalt wurde. Das nützte bekanntlich wenig. Bald schon tropfte es wieder. Die Rostflecken waren auf dem zarten Grün umso sichtbarer. Und SBB-Sprecher Jean-Louis Scherz sagte, dass eine endgültige Reperatur erst möglich sei, wenn die nächste Gleisrenovation gemacht werde. Die Betonwanne müsse von oben ausgedichtet werden.

Nun ist es der SBB hinsichtlich der Feierlichkeiten im Bahnhof Biel aber offenbar doch mulmig geworden wegen der tropfenden Decke. Fast unbemerkt hat ein Handwerker letzte Woche ein Auffangsystem installiert. Die lecken Balken wurden mit Blech eingefasst und wieder bemalt. Soweit so gut. Nun fliesst aber das derart aufgefangene und auf die Seite abgeleitete Wasser in Röhren, welche die Wand hinabführen und dort fünf Zentimeter über dem Boden im Nichts enden. Kurz gesagt: Es tropft den Passanten zwar nicht mehr auf die Köpfe, die Pfützen am Boden aber bilden sich bei Regenwetter weiterhin. Die SBB sagen darauf angesprochen: «Es ist ein laufender Prozess. Wir gehen Schritt für Schritt vor.» Es gebe in der Tat im Moment keinen Abfluss, so Mediensprecher Frédéric Revaz. Man wolle zuerst beobachten, wie das funktioniere. Es gehe um geringe Mengen Wasser. Zu den genauen Kosten dieses kurzfristig installierten Systems ist nichts zu erfahren. Bloss, dass diese Massnahme Teil der Umbaukosten sei.

Mehr dazu im Bieler Tagblatt vom 7. September 2010 oder im E-Paper
Stichwörter: Bahnhof Biel

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