Das Restaurant Commerce in Aarberg musste zwar einen Punkt abgeben, verbleibt aber in der obersten Gastroliga und führt neu 12 der begehrten Punkte. Seeländer Spitzenreiter ist erneut die «Sonne» in Scheunenberg mit 17 Punkten. Der Gourmettempel wird seit dem Jahr 2000 von Iris und Kurt Mösching geführt und erhielt 2009 seine «Gault Millau» Einstufung. Die höchste Punktzahl in der Schweiz liegt bei 19 Punkten und wurde erneut nur sechs Mal vergeben (siehe Zweittext).
Altmeister wird geehrt
Den ganzen Tag schon sei sie nervös gewesen und habe die Veröffentlichung des «Gault Millau 2012» herbei gezittert, sagt Chantal Bühler, Restaurationsleiterin im Restaurant Palace in Biel. Nun aber ist es doch noch gut gekommen, das «Palace» an der Thomas-Wyttenbach-Strasse behält seine 13 Punkte und bleibt somit mit dem «Opera Prima» eine der zwei «Gault Millau» Adressen der Stadt.
Völlig überrascht gibt sich hingegen Emil Blümli vom Restaurant Krebs in Grenchen. Der Altmeister hält seit vielen Jahren Punkte, zuletzt waren es 14. «Seit 35 Jahren bin ich Koch und werde bald definitiv aufhören, darum habe ich nicht damit gerechnet, dass ich nochmals bewertet werde», sagt Blümli. Er betont, dass er sich eigentlich bereits vor zwei Jahren in den Ruhestand begeben hatte, dann aber nochmals zurückgekehrt ist und darum seien die erneut verliehenen 14 Punkte eine «Honoration» für sein Werken. Denn 14 «Gault Millau» Punkte zu erreichen und zu behalten, sei harte Arbeit, fügt er an, «ich war stets sehr engagiert und nehme meinen Beruf ernst». Angesprochen auf sein jahrelanges Erfolgsrezept sagt Blümli: «Der Gast steht im Mittelpunkt – zu seinen Gunsten habe ich in meiner langen Laufbahn auf vieles verzichtet.» Aber auch die Ausbildung müsse stimmen, fügt er an. So sei er seinerzeit einer der ersten Köche gewesen, die ein eidgenössisches Küchenchef-Diplom erhalten haben.
Keine Gemütlichkeit
Was im «Commerce» falsch gelaufen ist, beschreibt der «Gault Millau» folgendermassen: «Kaum hatten wir uns hier gesetzt, wars vorbei mit der Gemütlichkeit.» So sei der Service schlicht zu schnell gewesen, monieren die Testesser. Auch haben die vorgelegten Speisen nicht restlos zu überzeugen vermocht. Als fade oder zu stark durchgebraten werden die Gänge eingeschätzt und auch die vom Personal empfohlene Käseauswahl habe enttäuscht.
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