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„Krawattenzwang“

Der Wettkampf der Vornamen

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Der Wettkampf der Vornamen.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Ungeborene und deren Name – fast eine Wissenschaft für werdende Eltern. Immerhin: heutzutage kennt man in der Regel vor der Geburt das Geschlecht des Babys. Es muss also nur noch ein Name gefunden werden. Früher, um bei diesem oft zitierten Griff in die Vergangenheitskiste zu bleiben, waren ein Mädchenname und ein Bubenname in Reserve. Andererseits: Früher taufte man die Kinder öfters nach Familienregeln und -traditionen. Der Fritz oder der Gustav blieben die Männernamen der Sippe – und alle männlichen Erben hatten diesen zu tragen.

Aktuell stechen die jährlich veröffentlichten Ranglisten der beliebtesten Vornamen hervor. Geht die Wahl eher Richtung Topten oder gerade andersherum? Diese Frage stellen sich viele.

Wirklich? Wie erklärt es sich, dass Paare ihren Nachwuchs genau so taufen, wie eine Mehrheit der andern Eltern auch? Mehrere Andreas oder Beat führten schon vor über 40 Jahren in der Schule zu Verwechslungen, vor 10 bis 15 Jahren waren es dann bei den eigenen Kindern Anna oder Oliver, die zu Doubletten führten.

Ich plädiere für eigene Lösungen. Weil aber natürlich die Namen der Kinder gefallen sollen und diese aktuellen Modeströmungen unterworfen sind, kommt es halt doch immer wieder zu Häufungen. Zur Erinnerung: Aktuell am beliebtesten sind bei Mädchen Emma, Mia, Sofia, Lina oder Lea, bei Buben Noah, Liam, Luca, Leon oder Gabriel. So können Sie entscheiden, ob Sie bei der Namenwahl „in“ sind.

Spannend ist der Blick in die Bestenliste für Vornamen in der Schweizer Bevölkerung. Die meisten Frauennamen: Maria, Anna, Ursula, Sandra, Ruth, Elisabeth, Monika, Claudia, Verena und Nicole. Die meisten Männernamen: Daniel, Peter, Thomas, Hans, Christian, Martin, Andreas, Michael, Markus und Marco.

Nun können Sie prüfen, ob Sie selber dazugehören. Einen Bernhard sucht man unter den beliebtesten Vornamen übrigens vergeblich – und das ist gut so.


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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