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Der Geschnittene

Er benennt, provoziert, polarisiert. Alain Pichard ist Lehrer, Politiker und ein «mordsfrecher Siech». Über den Mann, dem die Gewissheiten abhanden gekommen sind.

  • 1/6 Alain Pichard im Profil : «Der Weg vom mutigen Benenner zum Querulanten ist kurz», sagt er selbst. Bilder: Adrian
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(lin) Das erste, das Alain Pichard spürte in der Welt, war ein Skalpell. In der Klosterklinik in St. Maurice schnitt ihm, dem Sohn einer Krankenschwester und eines Hochseekapitäns, ein alter Professor bei der Geburt in die Backe. <br><br>Er wuchs auf, zwei Jahre in Bex, später in Basel, als Kind in einer Seemanns-Ehe, mit zwei Vätern. Wenn der eine auf See war, war der andere in Basel, und wenn der eine in Basel war, war der andere weg. Das erste Schuljahr verbrachte er auf See, lernte lesen und schreiben vom Vater, dem Funker, dem Koch. Er hatte Keuchhusten und eine Lungenentzündung, die Meerluft tat ihm gut. <br><br>In der Grundschule war er weiter als die anderen, «der King» sowieso, «Pichard, der Kapitänssohn». Im Gymnasium kam die «lausige Zeit», die Faulheit, «der Vater fehlte». Mit ihm, «einem extrem harten Kapitän», «diktatorisch», hatte er sich verkracht. Die Versöhnung sollte kommen, fünf Jahre vor dessen Tod, «wobei mir gerade damals, mit 19, 20, die Reisen gutgetan hätten». <br><br>«Eine faule Moore» war er, ein «Hallodri». Der Direktor des Gymnasiums sagte: «Du gehst oder du fliegst.» Die Mutter war verzweifelt, der Vater sagte: «Es gibt keinen Rappen mehr». <br><br>Dann die Arbeit im Schlachthof, 1973, «primitivste, grausamste Büez», um Geld zu verdienen, «das hat mich gerettet». Er eröffnete in Basel einen Buchladen, wollte aber Lehrer werden, «schon immer». Der Schulleiter, der ihn rausgeworfen hatte, war Kunde. Er sagte: «Pichard, die einzige Stadt, die dich ertragen kann, ist Biel.»<br><br><span style="font-style: italic;">Ausführliches Porträt im "Bieler Tagblatt" vom 17. November auf den Seiten 10 und 11 oder im E-Paper</span>.<br><br><br><br>

Stichwörter: Alain Pichard

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