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Spardebatte

Das Schachfestival ist vorerst gerettet

Weit gekommen ist der Stadtrat in der Spardebatte noch nicht. Kurz nach 22 Uhr wurde aber der erste prominente Posten gerettet: Eine winzige Mehrheit sprach sich gegen die Subventionsstreichung für das Schachfestival aus.

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Mit lediglich 25 zu 24 Stimmen stimmte das Bieler Parlament den Anträgen von Friedrich Thomke (BVP), der Fraktion der Grünen und Niklaus Baltzer (SP) zu, das Schachfestival weiterhin mit 125 000 Franken zu unterstützen. Damit war ein erster prominenter Posten des vom Gemeinderat vorgeschlagenen Massnahmenpaket zur Haushaltssanierung gerettet. Schlechter herausgekommen ist es für die Gegner von einer Anhebung der Schülerzahlen in den Klassen. Trotz eindringlichen Appellen hatte der Antrag Alfred Steinmanns (SP), wenigstens einen Kompromiss einzugehen und die Klassen noch im nächsten Schuljahr nicht zu vergrössern, keine Chance. Auch die Reduktion städtisch finanzierter Integrationsangebote wurde beschlossen.

Viel mehr war bis kurz vor Mitternacht nicht im Trockenen, dies vor allem, weil die Diskussion zu Beginn harzig verlief. Während auf dem Rosiusplatz das Komitee Biel für Alle, die Gewerkschaften und städtische Mitarbeiter gegen die Sparmassnahmen und Subventionskürzungen friedlich protestierten, befasste sich das Parlament im Saal während gut zweieinhalb Stunden mit der Eintretensdebatte. Zu diskutieren gab es quasi nebenbei den Rückweisungsantrag der Grünen. Unterstüzung hatte dieser von der Vertreterin der Bürgerbewegung Passerelle, Ruth Tennenbaum, sowie einzelnen SPlern, darunter die Fraktionspräsidentin Dana Augsburger-Brom. Eine Mehrheit ergab das nicht, dass auf das Massnahmenpaket überhaupt eingegangen wird, wurde also - ziemlich spät - beschlossen. Um 23.50 machte dann Andreas Bösch (Grüne) den Antrag, die Diskussion zu unterbrechen. Dem folgte die Mehrheit, die Debatte sollte am Donnerstag weiter gehen.

Die Grünen blieben bei ihrem Anliegen, den kleinsten Teil nur der vorgeschlagenen Massnahmen zu akzeptieren und sprachen sich geschlossen gegen das meiste aus. Auch die SP-Fraktion brachte eine Reihe Anträge ein - das kam mit Ankündigung: Ein Massnahmenpaket ja, aber nicht so, sagte Samantha Dunning (PSR) für ihre Fraktion in der Eintretensdebatte. Es war denn auch die SP, die bei den einzelnen Posten in der Regel den Grünen den Rücken stärkte. Während letztere aber meistens geschlossen stimmten, gab es innerhalb der SP klare Unterschiede. Nicht ganz einig war man sich auch in der Fraktion FDP/PRR/EVP/EDU. Das Schachfestival, dessen OK-Präsident mit Peter Bohnenblust für die FDP im Stadtrat sitzt, wurde nicht von all dessen Fraktionskollegen unterstützt - manch ein Bürgerlicher blieb konsequent.

Die Tribüne war aussergewöhnlich gut besucht, die Proteste von draussen verlagerten sich indes nicht nach drinnen. Dafür sorgte Stadtratspräsident Daniel Suter (PRR), der nach kurzem Szenenapplaus an die Adresse von Fritz Freuler (Grüne) das Publikum ermahnte, im Saal bitte diszipliniert zu bleiben. eva

Stichwörter: Biel, Stadtrat, Spardebatte

Kommentare

stockam

Der perfekte bürgerliche Kuhhandel ist gelungen. FDP Präsident Bohnenblust erhält das Geld und zum Dank dafür wird die FDP dem anstehenden Budget von Frau Steidle auch FDP zustimmen. Für solche deals findet man im Duden unter dem Buchstaben " K " das passende Wort dazu.


MoD

Naja, wer hat gewonnen, alle Lobbyisten und nun hoffe ich einfach, dass die Wähler nun klar sehen, was für die Stadt Biel gut ist. Nochmals für alle anderen Querdenker, mir ging es nie darum, dass das Schachfestival unbedingt unterstützt werden soll, doch darum, dass man auch nicht gegen einzelne Personen hier schiesst. Denn wie man gestern unschwer erkennen konnte, hatten alle Lobbyiert um Ihr Budget zu schützen!


wilsch28

...DAS Polit_Theater der Subvensionskürzungen (PTSK) ist nun vorbei... Politiker & Politikerinnen wissen nun gemäss "dem Echo" oder statt einer Meinungsumfrage, wie das "Volk" ...tickt! - War ein echter, grosser TESTlauf für die nächsten Wahlen!


wilsch28

Subventionen = Staatliche Kraftnahrung für jene Kinder der Nation, die am lautesten brüllen. (Toto (1901-67), eigtl. Fürst Antonio De Curtis, ital. Schauspieler u. Komiker)


chrimel

@MoD: Bei der Stadtmusik bin ich einverstanden, beim FC hingegen nicht. Oder meinst du das Darlehen, welches der Club erhalten hat? Darlehen sind keine Subventionen und müssen zurückbezahlt werden. Gerne noch die Antwort zum Budget: Es sind 300'000 Franken. Kannst du hier nachlesen: http://www.bielertagblatt.ch/hochkaraetiges-feld-trotz-schmalerem-budget. Das ergibt 58% Selbstfinanzierungsgrad... Da müsste die Stadt dem FC Biel aber noch einiges an Geld überweisen, wenn sie diesen auch zu 42% subventionieren möchten. Das TOBS erwähnen wir in diesem Zusammenhang am besten gar nicht. Wie hoch der Selbstfinanzierungsgrad nun sein sollte kann ich so auch nicht sagen. Das wäre dann eine Frage, welche die Politik beantworten müsste. Aber wenn dieser zu klein ist, habe ich entweder ein zu teures Projekt oder zu wenig Interesse der Bevölkerung. Beides sollte eine finanziell stark gebeutelte Stadt nicht unterstützen - jedenfalls nicht in diesem Umfang!


manolo

@MoD sie wollen mir doch nicht weismachen, dass das schachfestival eine wertschöpfung für biel abwirft, ausser das einige medien davon berichten! ich bin auch fürs Geld ausgeben aber nur dort, wo es für die allgemeinheit etwas bringt!


Gulliver

Stimmt in Biel ist ja jedes Jahr das Schachfestival. Sehr interessant. Wird das Kongresshaus von der Stadt gratis zur Verfügung gestellt? Nett wie solche Highlights unterstützt werden welche niemand (ausser ein paar Schachfans) wirklich interessiert. Aber egal, die Steuern können ja erhöht werden. Das zieht sicher noch mehr gute Steuerzahler an. Wieviele gute Steurezahler gibt es noch in Biel? Bald leben die Hälfte von der Sozialhilfe und vom RAV. Aber egal, Kultur ist schon enorm wichtig und zeichnet so eine Stadt aus. Das leuchtet durch die ganze Schweiz (I love Sarkasmus)


MoD

@manolo, dies ist doch beim FC Biel un der Stadtmusik ja auch so und es gibt noch andere Budgets, die das gleiche Betreffen. Versteh mich nicht falsch, doch denke es geht hier in der Hauptsache, dass man gegen Herrn Bohnenblust schiessen kann und nicht um die eigentliche Sache, dass man auch in vielen anderen Bereichen sparen muss! Natürlich muss man auch Geld ausgeben, wenn man eine Stadt haben will die eine Wertschöpfung hat


manolo

@moD warum streichen? weil das interesse an diesem festival niemand hinter dem ofen hervor holt, ausser ein paar schachfans! hier wird viel geld für wenig nachhaltiges zum fenster hinaus geworfen!


MoD

Es ist schon beachtlich wie der Kleingeist hier herrscht. Es gibt genügend andere Bereiche, wo man auch massig Geld sparen könnte. Beginnen wir mal beim FCB und der Stadtmusik Biel. Hier wurde nie gross diskutiert. Hört man vom FC Biel oder der Stadtmusik Biel überhaupt etwas über den Stadtrand hinaus etwas, nein. Da ist es beim Schachfestival anderst, die Weltnummer 1 war schon am Start und andere grössen. Das Medienecho war gross im In- und Ausland. Schon mehrmals wurde vom Schachfestival in den SRF Nachrichten berichtet. Natürlich kann man überall Geld sparen, was auch jeder verstehen kann. Doch dann soll jeder schauen und nicht bei allen anderen beginnen. Denn jeder dieser betroffenen Bereiche sucht Leute, die die betroffenen Bereiche unterstützt. Da steht Herr Bohnenblust sicher nicht alleine da. Also hört mit dem Gejammere auf und bewegt Euren hintern zu wahlen. Wenn euch die verschiedenen Lobbyisten nicht passen. Doch passt auf wenn Ihr dann wählt, vielleicht ist es genau einer der anderen Lobbyisten, die andere Budgetstreichungen anfechten. @CHRIMEL, kennst Du denn das Budget vom Schachfestival? Ich kenne es nicht. Wie hoch müsste dann Deiner Meinung nach der Selbstfinanzierungsgrad denn sein? 90% oder 120% :-) @manolo, wieso hätte man es streichen können? gerade so gut, kann man jeden anderen event oder Sportbereich dann auch nicht mehr unterstützen....


chrant

ist das eine armselige Gesellschaft welche ohne das Subventionströpfchen schachmatt wäre...


Brennda

Ohne Kultur keine potenten SteuerzahlerInnen! Das ist ein Fact!! Und: Genossen helfen Genossen? Das Wort Genossen ist hier deplaziert und lässt den Eindruck entstehen, dass hier Linkenhetze betrieben wird! UND: Niemand hilft jemandem. Die Vernunft hat gesiegt!!


wilsch28

...wie immer! (ob links oder rechts) DEMOKRATIE heisst: DAS "vergessliche" VOLK ZAHLT!!! - Genossen HELFEN Genossen...


fup

Dreiecksmanöver? Libellenmatt? Jedenfalls so in die Richtung...


manolo

typisch Biel! gerade beim schachfestival hätte man die schraube anziehen und Streichungen vornehmen können! aber der filz hat gesiegt, gell herr bohnenblust! wenn interessiert schon das schachfestival?


chrimel

Sorry, aber ausserhalb von Biel's Medien ist es extrem schwierig irgendwo einen Bericht über das Schachfestival zu finden. Natürlich findet man in jedem Land Personen, welche das Schachfetival in Biel kennen. Aber das sind Schachinteressierte. Nicht mehr und nicht weniger. Ich kann genau so gut ein internationales Murmeli-Festival organisieren. Murmeli-Fans auf der ganzen Welt wissen dann wo Biel liegt - aber sonst interessiert es keinen! Ich bin schon auch dafür, dass man Kultur unterstützt. Aber wenn der Selbstfinanzierungsgrad so vernichtend klein ist, muss die Daseinsberechtigung schon hinterfragt werden.


Jurafuss

Ich erinnere mich, wie ich vor 25 Jahren im Nahen Osten auf eine Gruppe Holländer getroffen bin, die bei der Vorstellungsrunde - woher, wohin (ich war damals gerade in Neuenburg ansässig) - von dort den Link zum Schachfestival Biel machten! Es ist auch eine Frage der Positionierung: Strebt man eine Mittelmass-und-Wahn-Stadt an oder möchte man eine aus der unteren Schublade bleiben? Es ist das Schachfestival und nicht das Stadtorchester, das Biel zu Profil verhilft. Und das BT kann mitmachen und in der Samstagsausgabe der Leserschaft ein Schachproblem stellen, das macht Schach populärer und nimmt ihm den Ruch des Elitären.


Brennda

Das Schachfestival ist gerettet. Gott sei Dank! Dieses hat eine Internationale Bedeutung und ist wesentlich für die Stadt. Eine Stadt ohne ihre Kultur wird abchreckend sein für gute Steuerzahler. Kulturelles Interesse lässt sich halt leider oft nur dort feststellen, wo auch ein sogenanntes Bildungsniveau herrscht. Und diese Leute zahlen auch Steuern! Also: Steuern hoch, Kultur behalten und sich freuen, dass sich die Stadt gut entwickelt und damit auch gut positioniert und attraktiv st für diejenigen, welche Steuern bezahlen KÖNNEN.


chrimel

Ja, der Filz.... Und ich prophezeie, es wird so weitergehen. Am Schluss haben alle ihre Schäfchen im trockenen und die Probleme bleiben ungelöst. Bleibt zu hoffen, dass das Budget an der Urne erneut abgelehnt wird. Und das die nächsten Wahlen entsprechend ausfallen werden


Biennensis

Nach zweimaligem Nachzählen!!! Ausser Spesen nichts gewesen - das Schachfestival von Mister Bohnenblust wird weiterhin mit 125'000 Fr. Steuergelder vergoldet...


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