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„Krawattenzwang“

Das können wir in Biel auch

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: Das können wir in Biel auch.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Thun hat Vieles – Biel auch. Die Stadt mit gegen 45‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern gilt als Pforte zum Oberland. Biel liegt am andern Ende des weitverzweigten Kantons und liegt an Rand der ersten Jurahöhen ebenfalls geografisch speziell. Beide Städte verfügen über spezielle Altstädte, moderne Einkaufsgelegenheiten, tolle Sportstadien – in Thun spielt Fussball eine etwas wichtigere Rolle, beim Kapitel Eishockey hat Biel die Nase vorne. Viele weitere Parallelen können zu den beiden Städten erwähnt werden. Schon nur die Lage am See lässt die Nicht-am-Gewässer-Liegenden weit zurück.

Was Biel im Gegensatz zu Thun aber fehlt, ist die „gewinnbringende“ Nutzung des Seeanstosses. Dabei denke ich nicht an luxuriöse Wohnüberbauungen oder edle Restaurants, sondern Freizeitangebote für Menschen, Einheimische wie Gäste. Konkret: Was auch in diesem Jahr an den Thunerseespielen geboten wird, ist bemerkenswert. Mit dem Produkt „Mamma Mia!“ nicht nur auf der Bühne, sondern als Ganzes. Die Anreise im ÖV oder im Auto ist problemlos, auf dem Gelände am See ist der Empfang offen und sympathisch, das Drumherum (Information, Catering, Toiletten) stimmt. Die Premiere letzte Woche hat restlos begeistert.

Biel tut sich da seit Jahren schwer. Alle Expo-Schwärmer erinnern sich gerne an 2002 – mittlerweile verblasst aber diese Erinnerung. Was mit den offenen Plätzen am See geplant und gemacht wird, ist traurig. Wie viele andere träume auch ich immer noch von Orten und Anlässen, die Menschen anziehen und andere nicht vergrämen. Es muss doch ein Mass an Öffentlichkeit geben, das für eine Mehrheit verträglich ist.

Lakelive steht vor der Türe – eine neue Chance. Gemäss den Ankündigungen der Organisatoren wartet „im Sommer 2018 eine neue bunte Welt voller Kunst, Kultur, Musik und Sport“ auf uns. Weiter: „Ein neuntägiges Fest für Besucher, Freunde und Gäste aus Nah und Fern. Ein aktives Zusammensein in einer wunderschönen, einzigartigen Umgebung. Alle Generationen und Kulturen sind herzlich willkommen und sollen sich wohlfühlen.“ Ich bin gespannt, offen und neugierig. Es braucht dann aber mehr davon, und sei es „nur“ im Sinne der Zwischennutzung.

Biel verdient ein wenig Thun – wie gesagt mit Blick auf die Thunerseespiele. Ich bin gerne dabei, wenn neue Ideen gewälzt, geplant, verworfen, umgeplant und dann vor allem umgesetzt werden. Bielerseespiele willkommen – wie auch immer!


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

Kommentare

ligerius47

Träumen und Fantasieren ist erlaubt Hr. Rentsch. Die Stadt Biel mit der Region Thun und Interlaken zu vergleichen ist schon zynisch. Während der Sommer Tourismus in Thun noch beachtliche Zahlen vorweisen kann herrscht in Biel diesbezüglich tote Hose. Die Bielersee Schifffahrt ist das einzige Unternehmen das noch einige Ausflügler nach Biel lockt. Die Repperkonzert Seespiele im Strandboden mit Seespielen wie in Thun oder Bregenz zu ergänzen bedarf noch ettlicher Anstrengung. Ob die Bieler Grünen damit einverstanden sind wage ich zu bezweifeln.


Biennensis

SP vs. SVP: Man kann das Armenhaus der Schweiz doch nicht einfach mit der Stadt Thun vergleichen... (?)


hwhaldemann

Vor Jahren hatte ich die Idee und das nötige, um am Strandboden eine Minidampfbshn zu bauen. Der damalige Betriebsleiter der BSG hätte mit dem Schnuggi die Passagiere von Nidau nach Biel zurück transportiert. So wäre die Steinwüste bei der Lago Lodge genutzt und Biel um eine Attraktion reicher geworden. Doch der Stadtbaumeister und seine Entourage wollten nichts wissen von einer Art „Gurtenbahn“ am Strandboden. Chance vertan. Gruss Heinz Haldemann


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