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Biel

Biel übernimmt Vorreiterrolle in der frühen Sprachförderung

Die Direktion Soziales und Sicherheit sowie Bildung, Kultur und Sport lancieren in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Biel-Lyss ein breitabgestütztes Projekt zur Sprachförderung von Kleinkindern, die weder Französisch noch Deutsch verstehen Rund die Hälfte der Kinder, die in der Stadt Biel in den Kindergarten eintreten, haben wenig bis gar keine Kenntnisse einer Unterrichtssprache.

Symbolbild bt/a

Damit dies ändert, hat die Stadt Biel in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Biel-Lyss unter dem Titel "Kindersprachhaus" ein Projekt in der frühen Sprachförderung entwickelt. Das Projekt wird vom Kanton mit einem massgeblichen Beitrag unterstützt. Bis anhin gab es im Kanton Bern, ähnlich wie in den anderen Landesteilen, Sprachförderung in Kindertagestätten oder Spielgruppen und auch Mutter/Kind Sprachkurse, jedoch kein Projekt, welches zum Ziel hat, systematisch allen Kindern noch vor dem Eintritt in den Kindergarten das Erlernen der Unterrichtssprache zu ermöglichen.

Dies soll sich ändern. Mit dem "Kindersprachhaus" soll es neu eine koordinierte und fachlich begleitete Sprachförderung von Kleinkindern in drei verschiedenen Gebieten und mit aufeinander abgestimmten, aber unterschiedlichen Mitteln geben.

Das "Kindersprachhaus" beinhaltet folgende drei Säulen: Explizite Sprachförderung Mit der Kindergarteneinschreibung können Eltern die Kinder, welche die zukünftige Unterrichtssprache noch zu wenig gut verstehen und sprechen, für einen intensiven Sprachkurs im zukünftigen Schulquartier anmelden.

Die Kinder lernen und üben mit altersgemässen Methoden über 18 Wochen, zwei Mal in der Woche ihre zukünftige Unterrichtssprache. Das Angebot ist für die Eltern und ihre Kinder kostenlos. Das Projekt startet diesen Februar mit den Sprachkursen für die Kinder, welche im August in den Kindergarten kommen. Alltagsintegrierte Sprachförderung In den bestehenden Regelstrukturen für Kleinkinder wie Kitas, Spielgruppen, Kinderbetreuungsangeboten und weiteren Angeboten der Frühförderung soll während des Alltags das Erlernen von Deutsch oder Französisch intensiviert werden.

Dies soll durch Schulung der Mitarbeitenden und Bezugspersonen sowie durch fachliche Praxisbegleitung (Intervision) geschehen. Offene Sprachförderung Die offene Sprachförderung ist eine Mischform der alltagsintegrierten und expliziten Sprachförderung. Bereits jetzt werden während den Sprachkursen von Migrantinnen und Migranten die Kinder der Kursteilnehmenden in der Volkshochschule Biel-Lyss betreut.

Zurzeit handelt es sich um ca. 80 Kinder pro Woche. Neu erhalten nun die zwei bis dreijährigen Kinder hier eine intensive Sprachförderung durch zusätzliches und geschultes Personal. Da die Eltern in unterschiedlichen Kursen die Sprache lernen, setzt sich dies Gruppe jeden Tag neu zusammen – dem trägt die Lernmethode durch eine Mischung der alltagsintegrierten und expliziten Sprachförderung Rechnung. Die Säulen "Alltagsintegrierte Sprachförderung" und "Offene Sprachförderung" werden sukzessive aufgebaut.

Für die Erstellung der Unterrichtsmaterialien sowie die Schulung und fachliche Begleitung der Betreuungs- und Lehrpersonen konnte das Institut für spezielle Pädagogik und Psychologie der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz gewonnen werden. Das "Kindersprachhaus" soll den Kindern aus Migrationsfamilien einen chancengerechten Schuleintritt und Freude an der Schule ermöglichen. Mit dem Projekt soll zudem eine frühe und verstärkte Einbindung der Eltern aus Migrationsfamilien ermöglicht und das Schulsystem entlastet werden. Die Kinder sollen so bessere Berufs- und Bildungschancen erhalten, was langfristig auch eine Senkung der Sozialhilfequote bewirken soll. Die Stadt Biel bittet alle Institutionen, welche 0-4jährige Kinder aus Migrationsfamilien betreuen, am Projekt teilzunehmen und wird sie dazu im Frühling zu einer Informationsveranstaltung einladen. mt

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