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„Krawattenzwang“

An alle Mamis dieser Welt – merci

Im persönlichen Blog berichtet Bernhard Rentsch, publizistischer Leiter der Gesamtredaktion und Chefredaktor „Bieler Tagblatt“ wöchentlich über Erlebnisse im privaten wie im beruflichen/gesellschaftlichen Leben – dies immer mit einem Augenzwinkern. Heute: An alle Mamis dieser Welt – merci.

Krawattenzwang: Bernhard Rentsch
  • Dossier

Am nächsten Sonntag ist Muttertag. Der Muttertag ist gemäss Definitionen, die im Internet zu finden sind, ein Tag zu Ehren der Mutter und der Mutterschaft. Er hat sich seit 1914, beginnend in den Vereinigten Staaten, in der westlichen Welt etabliert. Im deutschsprachigen Raum und vielen anderen Ländern wird er am zweiten Sonntag im Mai begangen. Was früher bei mir gelegentlich vergessen ging, geht aktuell kaum unbeachtet an einem vorüber. Die Werbung und die Kommunikation via social media rufen einen seit geraumer Zeit in Erinnerung, an diesem einen Tag an die Mutter zu denken – und dies mit einem schönen Geschenk zu kombinieren. Umsatz, Umsatz, …

Nein, ein (wertvolles) Geschenk muss es nicht sein. Als Kinder konnten wir dem Mami mit Gebasteltem oder einer Zeichnung Freude machen. Auch das selbstgepflückte Sträusschen mit Frühlingsblumen aus dem Wald war ein Zeichen. Heute ist’s ein echtes Merci, das ich an dieser Stelle an alle Mamis dieser Welt richte. Und zwar nicht nur am nächsten Sonntag, sondern generell.

Ich höre sie wohl, die Reklamationen bezüglich Gleichstellung. „Sexistische Kackscheisse“ sei der Muttertag, habe ich sogar gelesen. Ach was. Hören wir auf, Traditionen über zu bewerten und in einen politischen/gesellschaftliche Konflikt zu stellen. Ich bin wie viele auch schockiert, dass die Gleichstellung offenbar nach wie vor nicht für alle eine Selbstverständlichkeit ist. Und trotzdem freue ich mich, wenn den Mamis merci gesagt wird – Papis und all die andern guten Menschen sollen dabei selbstverständlich gerne eingeschlossen sein. Ich habe kein Problem, wenn meiner Mutter oder der Mutter unserer Kinder speziell gedankt wird. Es ist kein Gefühl, zu kurz zu kommen. Viel eher schliesse ich mich an. Also nochmals. Merci!


brentsch@bielertagblatt.ch

Twitter: @BernhardRentsch

 

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