Melancholische Melodien
Piano und Saxophon: Das ist schon die ganze Besetzung von Laut und
Luise, dem Duo von Rahel Thierstein (Piano, Fender Rhodes) und Araxi
Karnusian (Saxophon, Klarinette).
(tg) Benannt haben sich die beiden nach einem Gedichtband von Ernst Jandl, doch nervös jandlnd ist ihre Musik deswegen keineswegs. Vielmehr ist es meist höchst unaufgeregter, lyrischer Kammerjazz mit Hang zu schönen Melodien, den die beiden fabrizieren. «Neuschnee» ist erst das zweite Album, obwohl die Formation bereits seit mehr als zehn Jahren existiert. Die Besetzung zeigt, dass Thierstein und Karnusian keine Angst vor Fragilität haben, und doch hat man in keinem Moment das Gefühl, die feinen Kompositionen fielen auseinander. Während auf dem ersten Werk «Open That Door» noch alle Stücke aus der Feder Karnusians stammten, finden sich nun auch Kompositonen von Thierstein, darunter das einzig sperrig-nervöse, «Rette sich wer kann». Schlicht wunderschön, ohne kitschig zu sein, ist dagegen «Heimetli», das beruhigend-melancholisch an eine schwer verortbare Volksmusik gemahnt.
Info: Laut und Luise: «Neuschnee» (Eigenverlag). Live am 7. März im Carré Noir, Biel.