Kunst am Bauernhaus
An der Fassade eines beachtlichen Bauernhauses an der Dorfstrasse in
Kappelen gibt es seit vielen Jahren ein Wandgemälde zu bewundern: Es
stellt einen Sämann dar, der von Hand den Samen schwungvoll auf dem
Feld ausstreut, wie es vor Hunderten von Jahren üblich war.
Beeindruckend ist nicht nur der ernsthaft dreiblickende Bauer, der bedächtig einher schreitet. Die im Osten aufgehende Sonne mit dem Kirchturm des Kappeler Gotteshauses im Westen geben dem Bild Tiefe und zeigen, dass der Tag eben erst begonnen hat. Der aufgelockert bewölkte Himmel wölbt sich über der fruchtbaren Erde und schafft so eine Einheit des menschlichen Daseins, wie sie seit Jahrtausenden Bestand hat. Das Bild stimmt zu Beginn des Frühlings froh und weckt heiter-besinnliche Gefühle.
Freilich, heutzutage sieht man auf den Feldern keinen Sämann mehr am Ausstreuen der Saat. Es war der englische Agrar-Pionier Jethro Tull (1674 bis 1741), der um 1700 die erste Sämaschine erfand. Von da an folgten viele weitere Erfindungen und Entwicklungen, welche die Arbeiten der Bauern erleichterten und eine Steigerung der Produktion ermöglichten. Ohne eine ständige Verbesserung der Methoden und Mittel in der Landwirtschaft wäre die ausreichende Ernährung der Weltbevölkerung wohl in Frage gestellt.
Text und Foto von Leserreporter Werner Brennwalder, Worben