Da sieht 007 runzlig aus
Detektive, Spione, Agenten – die Filme der Sechziger und Siebziger
haben es dem italienischen Jazzgitarristen und Komponisten Alessandro
Magnanini angetan. So sehr, dass er ihnen sein erstes Album widmet.
(ld) «Someway Still I Do» ist ein Genuss, der – wir wagen die kühne Behauptung – die James-Bond-Filmmusik nicht gerade alt, aber doch ein bisschen runzelig aussehen lässt. Der Komponist verbindet New Orleans Jazz mit Bossanova-Rhythmen, Romantik mit Filmkult, «dolce far niente» mit dem Flair eines Grossorchesters à la Glenn Miller. Big-Band-Jazz wie er aus den Sechzigern und Siebzigern bekannt ist: schnell, frech und emotionsgeladen. Quell der Inspiration sind die klassischen Kinoproduktionen aus der römischen Filmeküche Cinecittà. Bislang war Alessandro Magnanini als Kompositeur für den sizilianischen Soul- und Jazztenor Mario Biondi tätig. Die beiden Hits «This Is What You Are» und «No Merci For Me» kommen aus seiner Feder und haben dazu beigetragen, dass Biondi zu einem der gefragtesten Musiker Italiens avancieren konnte. Für die Vocalparts hat sich Magnanini Liam McKahey von Cousteau, die brasilianische Bossanova-Sängerin Rosalia de Souza, die Jazzerinnen Stefania Rava, Renata Tosi und Jenny B ausgesucht. Mit seinem Debüt entführt uns Magnanini in eine Zeit der orangefarbenen Schalensessel, der Flokatiteppiche, Lavalampen und Räucherstäbchen. Eine Epoche, in der Spionage- und Agentenfilme noch ohne übertriebene Effekte und niemals enden wollende Schiessereien auskamen. Der echte 007 wurde eben aus seinem Dornröschenschlaf geweckt – Magnanini seis gedankt!
Info: Alessandro Magnanini: «Someway Still I Do» (Schema)