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Burgerbibliothek

Berns schönste Bilderchroniken online

Wie sah die Schreibstube Diebold Schillings im Berner Rathaus aus? Auf diese und viele andere Fragen ist die Antwort leicht zu finden – in den Schilling-Chroniken der Burgerbibliothek Bern, die neu vollständig digitalisiert auf e-codices, der virtuellen Handschriftenbibliothek der Schweiz, einsehbar sind.

  • 1/3 Der Chronist Diebold Schilling: Der Chronist empfängt eine Berner Ratsdelegation, darunter den Schultheissen und Stadtschreiber, bei seiner Arbeit. Interessanter Einblick in die Ausstattung der Schreibstube im Berner Rathaus: an der Rückwand Schere, Zirkel und Brille, neben dem Schreibpult drei Näpfchen mit verschiedenfarbigen Tinten: Bild aus dem «Spiezer Schilling», Burgerbibliothek Bern
  • 2/3 Bau der Untertorbrücke: 1254 begannen die Berner mit dem Bau der Aarebrücke. Der Bau hat von der Stadtseite her schon die Flussmitte erreicht. Vom anderen Ufer bringt ein Boot die Steine an den Bauplatz, wo es von einem grossen Kran mit Tretrad entladen wird. Bild aus dem «Spiezer Schilling», Burgerbibliothek Bern
  • 3/3 Lawinenunglück am Gotthard: Im Frühwinter 1478 schicken die Berner Truppen für einen Feldzug gegen den Herzog von Mailand ins Tessin. Auf dem Weg dorthin geraten sie am Gotthard in eine Lawine. Die unrealistische Komposition des Bildes lässt darauf schliessen, dass der Zeichner mit den Gefahren des Gebirges nicht vertraut war: Bild aus der Amtlichen Berner Chronik, Burgerbibliothek Bern
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Die Burgerbibliothek Bern freut sich, mit der Amtlichen Berner Chronik und dem «Spiezer Schilling» der Öffentlichkeit, der Forschung und allen Interessierten zwei der bedeutendsten und schönsten Chroniken des Mittelalters online zur Verfügung zu stellen.
Die beiden Bilderchroniken stellen einen Höhepunkt spätmittelalterlicher Stadtgeschichtsschreibung dar. Sie erzählen die Geschichte der Stadt Bern in Wort und Bild als dichte Folge militärischer Eroberungen und Siege. Sie schildern aber auch Alltagsszenen und bemerkenswerte Ereignisse. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen, werden die geschilderten Ereignisse wirklich.

Bilderchroniken vollständig digitalisiert
Verfasser der beiden Chroniken ist der Berner Stadtkanzlist Diebold Schilling (um 1436-1486). Die Amtliche Berner Chronik wurde am 1474 vom Grossen Rat unter dem Vorsitz von Adrian von Bubenberg bestellt und in den Jahren 1478-1483 vollendet. Sie erzählt die Geschichte der 1191 gegründeten Stadt bis zum siegreichen Ende der Burgunderkriege mit den Tod Karls des Kühnen 1477. Der «Spiezer Schilling» ist eine Bearbeitung der Amtlichen Berner Chronik und eng mit der Familie von Erlach, einer der bedeutendsten Familien Berns, verknüpft. Ihr privater Auftraggeber war der Schultheiss Rudolf von Erlach (1449-1507), Herrschaftsherr und Besitzer von Schloss Spiez. Die Chronik verblieb nach seinem Tod lange in Familienbesitz und wurde bis ins 19. Jahrhundert im Schloss Spiez aufbewahrt, was ihr den Namen «Spiezer Schilling» eintrug.
Seit Anfang dieses Jahres stehen die beiden Schilling-Bilderchroniken auf e-codices, der Virtuellen Handschriftenbibliothek der Schweiz, vollständig digitalisiert zur Verfügung. Auf e-codices finden sich noch weitere digitalisierte Handschriften der Burgerbibliothek Bern.

Burgerbibliothek Bern: www.burgerbib.ch mit Öffnungszeiten Lesesaal und Reproangebot
Online-Archivkatalog der Burgerbibliothek Bern: http://katalog.burgerbib.ch
e-codices unter: http://www.e-codices.unifr.ch/de