Der blasse Edward gehört zur Cullen-Familie, deren Mitglieder allesamt durch den blutleeren Teint und ihre Unnahbarkeit auffallen. Schnell wird klar, dass die Sippen-Mitglieder in Wirklichkeit Vampire sind, welche sich zwar in der Gesellschaft integriert haben, jedoch immer noch als Aussenseiter betrachtet werden. Die sterbliche Bella und der unsterbliche Edward verlieben sich Hals über Kopf ineinander und trotzen der Gefahr unterschiedlicher Herkunft. Ohne sich dabei sexuell näher zu kommen und den Blutdurst des jungen Vampirs anzufachen, öffnen die beiden ihre Herzen und schwören sich ewige Liebe. Doch die unkonventionelle Liebeskonstellation bringt die Turteltauben bald in verheerende Nöte.
Erwachsene mögen sich für diese etwas andere Liebesgeschichte nicht gerade begeistern. Doch Teenager werden diese Romanze aufsaugen und sich in einer der verschiedenen Rollen wieder finden. Wie das Buch (siehe Infobox) vereint die Verfilmung eine Vielzahl von Konflikten Heranwachsender: Beide Hauptcharaktere sind Einzelgänger und fühlen sich missverstanden. Bella hat Probleme mit ihren Eltern und beide müssen ihre Zuneigung in ihrem Umfeld rechtfertigen, so als ob zwei verschiedene Nationalitäten in der Liebe vereint gegen Vorurteile in der Gesellschaft kämpfen müssen. Gerade durch solche Merkmale fühlen sich Teenager verstanden und können sich in die Figuren hineinversetzen.
Auch wenn es um Vampire gehen mag, der Film ist in erster Linie eine Liebesgeschichte mit extremen Strukturen und übertriebener Ausgangslage, welche sich im Horror-Genre bedient. Die dunkle Vampirwelt mit ihrer geheimnisvollen Aura, die ständige Anspielung von in jedem Moment zu explodieren drohender Erotik wird vor allem jüngere Semester bezirzen, wenn Sätze wie «Du bist meine Droge» oder «Ich werde auf ewig Dir gehören» fallen.
Das ständige Knistern zwischen den gut besetzten Hauptfiguren wird über die gesamte Filmlänge konstant gehalten. Lust und körperliche Vereinigung spielen sich nur in den Köpfen der Zuschauer ab, die Durchhaltevermögen aufbringen müssen. Die Romanze und die Annäherung dauern zu lange, der Film verliert schnell an Geschwindigkeit und wenn dann von aussen Gefahr durch bösartige Vampire droht, hat der (erwachsene) Zuschauer längst abgeschaltet. Da hilft auch das knackige Finale mit Biss nichts, dessen Ende auf weitere Fortsetzungen hinweist.
Info: Im Kino Apollo, Biel. Auch in Grenchen und Lyss.
Simon Dick
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