Aber nicht nur Optik und bombastisch inszenierte Action sorgten für ein Freiticket ins Langzeitgedächtnis, auch die Kult-Sprüche des Original-Terminators Arnold Schwarzenegger («I’ll be back», «Hasta la vista, Baby») sind längst in den alltäglichen Sprachgebrauch der Populärkultur aufgenommen worden. Nun sollen nach sechs Jahren Pause die metallenen Skelette wieder mit ihren bedrohlich rot glühenden Augen für Schauermomente sorgen.
In der aktuellen Episode sieht es düster aus für die letzten Überlebenden der Menschheit: Skynet, ein von Menschen geschaffenes Computerprogramm, das sich verselbständigt hat, macht mit einer monströsen Roboterarmee Jagd auf die letzten Überlebenden.
Doch der Widerstand im Jahre 2018 bleibt hartnäckig. Angeführt von John Connor (schwach: Christian Bale) planen die Überlebenden des Jüngsten Gerichts einen finalen Schlag gegen den Cyborg-Terrorismus. Doch kurz vor Schlachtbeginn tritt ein Unbekannter aufs Kriegsparkett: Marcus Wright (langweilig: Sam Worthington), ein mysteriöses Individuum aus der Vergangenheit, möchte sich dem Widerstand anschliessen. Doch ist er Freund oder Feind?
Fans der ursprünglichen Filme müssen ihre Erwartungen vor dem Kinobesuch zurückschrauben. Die Grundidee, dass verwundbare Menschen von schier unbezwingbaren Cyborgs in Menschengestalt gehetzt und verfolgt werden, wurde quasi terminiert.
War die Flucht vor fast unzerstörbaren Robotern in den Vorgängerfilmen der Hauptspannungsbogen, wird im vierten Teil mit offenen Karten gespielt. Die Cyborgs gibt es in verschiedenen Modellen: in der Gestalt von Motorrädern, schlangenartigen Wesen bis hin zu haushohen Riesengiganten hat Skynet alles zu bieten. Doch gerade durch diesen allgegenwärtigen Gigantismus des Feindes und die Fähigkeit, jede Materialschlacht für sich zu gewinnen, löst sich die unmittelbare Bedrohlichkeit der Maschinen in Luft auf.
Während der Zuschauer unbeeindruckt, fast schon schmunzelnd im Kinosessel sitzt und die bombastischen Actionszenen verfolgt, kämpft der vom Krieg gezeichnete, als Weltretter und Prophet bejubelte John Connor mit aller Kraft gegen den Untergang.
Mag man optisch die Verbissenheit und Entschlossenheit der Darsteller glauben, laufen die Dialoge doch öfters ins Leere. Auch die Figurenzeichnungen bleiben oberflächlich: Die Motivationen einzelner Charaktere bleiben im Dunkeln und simple Kriegsrhetorik läuft ins Leere. Haarsträubende Logikfehler, unnötige Nebencharaktere und ein abruptes Filmende hinterlassen zusätzlich einen faden Beigeschmack.
«Terminator Salvation» ist ein optisch hübscher, knackiger Science Fiction-Film mit tadellosen Spezialeffekten, der aber mit den Vorgängern so gut wie nichts mehr gemeinsam hat. Immerhin dürfen sich eingefleischte Terminator-Fans auf einige gut platzierte Insider-Witze und einen gelungenen Gastauftritt (die beste Szene im Film) eines bekannten Charakters aus dem Terminator-Universum freuen.
Info: In den Kinos Rex 1 und Apollo; auch in Lyss und Grenchen.
Simon Dick
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