Klar ist auch, dass er dem einen oder der anderen mit seinen Fragen über die Glaubwürdigkeit nach einer unbefleckten Empfängnis oder sich widersprechenden Aussagen verschiedenster Propheten durchaus unsanft auf die Füsse tritt: Sei dies vor der Klagemauer in Jerusalem, in einer Moschee oder vor der St. Peters-Kathedrale in Rom. Wenn auch Bill Maher nicht davor zurückschreckt, die Aussagen seiner Gegenüber mit eingespielten Videosequenzen – beispielsweise von Rockkonzerten oder Politikern – polemisch ins Lächerliche zu ziehen, wird er doch nie diskriminierend.
Dafür sorgt erstens sein Regisseur Larry Charles, welcher mit seinem Film «Borat» bereits bewiesen hat, dass er sich zielsicher, immer knapp am schlechten Geschmack vorbei, zu bewegen weiss. Und zweitens hat der Ansatz von Bill Maher tatsächlich etwas Ernsthaftes und Wahres: Denn wie anders als mit Humor kann man der geballten Macht der Weltreligionen begegnen?
Jede von ihnen nimmt schliesslich für sich in Anspruch, genau zu wissen, was gut und böse für die Menschen ist, wie man todsicher im Himmel, Nirvana oder der Hölle landet und welchen Gott die Menschen dafür zu preisen, bitten und anzubeten haben. Und wehe denen, dies nicht tun.
So gesehen bietet dieser mal lustige, mal verstörende, mal hinterfragende, mal verblüffend direkte Film fern jeglicher Scheinheiligkeit die Gelegenheit, die Religionen und ihre Auswirkungen mal aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Und das tut definitiv gut.
Beat Felber
Info: Im Kino Rex 2, Biel.
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