Der Film lebt denn auch von diesen abgehobenen psychedelischen Männern, die ganz unverblümt behaupten, durch Wände hindurch laufen oder Wolken auflösen zu können. Aufgespürt werden die übersinnlichen Friedensapostel in Uniform vom Lokalreporter Bob Wilton (Ewan McGregor). Als er die Geschichte von Lyn Cassady (George Clooney), der selber ziemlich erfolgreich als Medium arbeitet, zum ersten Mal hört, will und kann er es kaum glauben. Doch die Truppe der «Jedi-Krieger», unter dieser Bezeichnung lief das Experiment tatsächlich, liess ihn nicht mehr los. Und so reist der Reporter in den Nahen Osten, wo ihm das Medium Cassady die Geschichte und vor allem diejenige seiner Protagonisten erzählt.
Allen voran sind da der ehemalige Spion Gus Lacey (Stephen Root), der eifersüchtige Möchtegern-Jedi Larry Hooper (Kevin Spacey) und Bill Django (Jeff Bridges), der kiffende Gründer dieser New Earth Army, welche im Vietnam-Krieg mit alternativen Kampfmethoden von sich aufmerksam machten. Erfolglos zwar, doch das spielt nur eine untergeordnete Rolle. Während also Cassady während einer Autofahrt durch die Wüste ausschweifend in seinen Erinnerungen schwelgt und kramt, vergisst er auf die Strasse zu achten und rammt den einzigen grösseren Stein weit und breit. Das Auto ist schrottreif und bald darauf finden sich die beiden halb verdurstet als Gefangene wieder, wo nun definitiv Cassadys übersinnliche Fähigkeiten gefragt sind.
Der Film ist genauso abstrus, surreal und psychedelisch erzählt, wie sich die wahre Geschichte anhört. Manches macht Sinn, vieles ist abgehoben, Zusammenhänge bleiben oft auf der Strecke und manchmal haftet den Dialogen sogar etwas Dadaistisches an. Das mag für die Schauspieler durchaus vergnüglich sein. Vorab George Clooney und Jeff Bridges glänzen in ihren Rollen, das Schauspiel bereitet ihnen merklich Spass. Und auch wenn das Spiel mit dem Absurden zwar oft unterhaltend ist, bleibt es dennoch ein schmaler Grat mit erhöhtem Absturzrisiko.
Grant Heslov versucht zwar, zwei so verschiedene Weltanschauungen wie New Age und militärische Sicherheitspolitik unter den gleichen Hut zu bringen, doch bissige Tiefe oder gar eine Demaskierung will ihm beim besten Willen nicht gelingen. Eigentlich schade, denn Stoff (durchaus im doppelten Sinn gemeint) genug wäre vorhanden gewesen.
Info: Im Kino Lido 1, Biel.
Beat Felber
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