Dass sich vieles auf vertrautem Gelände bewegt und an den bekannten liebenswert-neckenden Beziehungen nichts geändert wird, ist dabei vielleicht eine gute Sache, denn in «Ice Age 3 – Dawn of the Dinosaurs» steht der Herde eine drastische Änderungen bevor: Ellie ist schwanger, und der Papa in spe alles andere als gelassen. Ganz seinem Naturell folgend will Manny vor allem eines: Die Natur kindersicher machen und die Welt davon überzeugen, dass Vater werden eine anstrengende, aber tolle Sache ist. Doch während sich Kindskopf Sid inbrünstig eine eigene Familie wünscht, trauert Diego den fehlenden Abenteuern und dem Ruf der Wildnis nach.
Glücklicherweise kann man sich bei solchen Sorgen stets auf Sids Talent verlassen. Gekonnt beschwört er einen Schlamassel herauf, der alle Freunde wieder am gleichen Strick ziehen lässt und für jede Menge Action, Gags und Abenteuer sorgt. Denn Sid findet drei offenbar verlassene Rieseneier, denen er von da an alle seine Liebe widmet. Dass daraus drei süsse, hungrige T-Rex-Babies schlüpfen, stört weder das Faultier noch die Plausibilität. Erst als die furiose Dinosaurier-Mama ihre Kleinen holen kommt und dabei gleich noch Sid verschleppt, dämmert es der «Herde», dass sie es hier mit etwas Grösserem zu tun haben.
Doch Freunden in Not hilft man nun einmal – egal ob schwanger oder nicht. So entdeckt die Rettungsmission eine prä-prä-historische Dschungelwelt unter dem Eis, wo Dinosaurier aller möglichen Ausprägung überlebt haben und wo sich Manny zum ersten Mal in seinem Leben so richtig klein fühlt. Hilfe findet sich in Gestalt des durchgeknallten Wiesels Buck, bei dem selbst die Piraten der Karibik vor Erfurcht erblassen würden und der jene Anarchie in den Film einbringt, die andernorts bereits der Familienplanung geopfert wurde.
Bevor es zum wohlverdienten Happyend kommt, gibt es rasante Flugszenen, Dinosaurierkämpfe und ein Jux nach dem anderen, wobei natürlich auch das Herz nicht zu kurz kommt. Denn Scrat muss nicht nur wie gewohnt gegen Naturgewalten wie Eisstürme kämpfen, um seinen grössten Schatz zu beschützen, sondern auch gegen das Wimperngeklimper einer Hörnchendame...
Für die Fans bietet «Ice Age 3» dann auch ein gelungenes Fressen: Mehr Film, mehr Humor, mehr Stoff. Zwar wurde das Schlau-Chaotische durch Schenkelklopfersprüche ersetzt und statt mutige Auseinandersetzungen zwischen den bekannten Charakteren setzten die Macher diesmal auf das Rezept: mehr und grösser vom Gleichen ist auch gut. Doch wer sich daran nicht stört, erhält eineinhalb Stunden beste Unterhaltung – wenn gewünscht auch in der dritten Dimension.
Info: In den Kinos Lido 1/2 und Rex 1/2, Biel; auch in Lyss und Grenchen. Wer den Film in 3-D sehen möchte, muss nach Bern ins Pathé Westside oder ins Jura.
Sonja Wenger
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